Moin!

 

Der eine oder andere kennt das: Man findet eine Maschine ganz nett, aber gekauft hat man sie trotzdem nicht. Losgelassen wird man dennoch nicht.

Also habe ich mich dazu entschieden, die BMW F 800 GS nach über 1,5 Jahren nochmals probezufahren.

 

19.04.2011

Also ab zu BvZ in Karlshof und ab vom Hof.

Der Motor ist echt Sahne und es ist egal, in welchem Gang man ist: er zieht!

Das Fahrwerk ist komfortabel und auch der Feldweg konnte gut genommen werden, da der Knieschluß mit der Tankattrappe nahezu perfekt ist.
Apropo Tank: Das Tanken artet echt in eine Sauerei aus. Pistole halb gezogen und die halbe Karre wird mit Benzin gesprenkelt.

Der Abstand zwischen Rasten und Sitzbank könnte ruhig ein wenig größer sein. Is aber nicht weiter schlimm.

Der Sound.........Boa, ist dös goil!!!!!
Völlig BMW-untypisch gut!

Das der Schalthebel nicht klappbar ist und das bei dem Grundpreis ist ne Frechheit!!

Die Blinkerschalter haben mich fast in den Wahnsinn getrieben und ich habe teilweise gar nicht mehr geblinkt. Das würde sich nach drei Tagen wohl legen. Entweder bin ich inne Klapse oder ich kann sie ohne zu gucken bedienen.


Das Tacho läßt sich leider relativ schlecht ablesen, da die Scalierung was für ein Mikroskop ist.

Der Lenker sitzt satt in der Hand. Genau so soll es sein!

Es ist schon schön, satt in die Kurven zu schwingen. Da ist meine Z etwas zappeliger.

Die F 800 GS wäre im Augenblick für mich die einzige Alterntive, denn sie ist neben der XT 660 Z die einzige echte Reiseenduro, die auch genau das ausstrahlt.

 

 

Da fragt man sich nun, was mich davon abhält:

Die Blinkerschalter
vernüftige Schalter bekommt man leider auch nicht für gute Worte.

Der zu kleine Tank, der sich schlecht befüllen läßt.

Und der Preis!!!!!
Der Grundpreis von über 10.000 Euro, wo man nicht mal einen klappbaren Schalthebel erhält und einen billig gestanzten Fußbremshebel erhält, ist inakzeptabel. Da kann auch drei Mal BMW draufstehen.
Es steht für mich nicht in Relation zu der gelieferten Maschine.
Für eine voll ausgestattete Maschine muß ich glatt über 12.000 Euro hinlegen. Das ist mir echt zu viel.
Meine XT 660 Z kostet neu vollausgstattet so um die 8.000 Euro.
Und meiner Meinung nach sind die Unterschiede zwischen den Maschinen nicht so groß wie der preisliche Unterschied dies rechtfertigt.

Nicht, daß wir uns mißverstehen, die F 800 GS ist toll, aber jeder Mensch hat seine Grenzen. Meine sind hier überschritten. Und BMW ist ja nicht so mit Preisnachlässen. Leider.

Auch die Furcht vor technischen Mängeln bei endurogerechter Fortbewegung läßt mich da zaudern.

Nichtsdestotrotz werde ich die BMW F 800 GS weiter im Auge behalten und vielleicht gibts irgendwo ein günstiges Angebot.


Wo war bei mobile.de die eine F 800 GS.........

 

 

 

 

28.04.2011

Nachdem ich mich in zwei BMW-Foren angemeldet habe und dort ein wenig recherchiert sowie einige gezielte Fragen gestellt habe, kamen doch so einige Mängel in der Zuverlässigkeit zu Tage, die mich zweifeln lassen.

OK, die meisten Mängel kommen in den Baujahren 2008 und 2009 vor und sollen ab 2010 vollends beseitigt sein, jedoch sind die Zweifel nicht beseitigt.

Ich werde erst mal keine F 800 GS kaufen.

Allerdings werde ich sie weiterhin beobachten und vielleicht bringt die eine oder andere Neuerung für mich eine Kaufentscheidung.

Im Augenblick tendiere ich dazu, meine Maschine - die XT 660 Z Tenere - doch weiterhin zu behalten.

 


 

15.09.2012

 

Die neue 2013er BMW F 800 GS ist da ! ! !

 

Da die alte F 800 GS doch einige Dinge hatte, die mir überhaupt nicht gefielen, habe ich mir gedacht, daß ich auf das Nachfolgemodell warte. Und nun ist sie da! Die F 800 GS Baujahr 2013 modellgepflegt.

Heute ist es soweit, ich habe die neue F 800 GS probegefahren. Seit Tagen bin ich aufgeregt, weil die Neue in einigen Details besser sein soll als ihr Vorgänger und die Preispolitik ist auch angepaßt.

Mit Ela fahre ich zu BvZ und bekomme den Schlüssel für den Vorführer.

Ich steige auf und stecke den Schlüssel ins Schloß. Umgedreht und das Mäusekino macht sein Zeiger- und Lampenballett. Die Anzeige ist kaum geändert worden, nur das km/h-Tacho wurde optisch leicht retuschiert. Leider lassen sich immer noch die genaue Geschwindigkeit relativ schlecht ablesen.

 

 

Ich schaue mir die Armaturen an.

Ja, sehen gut aus.

Rechts ists interessant: Der Starter und der Killschalter ist nun ein Schalter. Drücke ich nach unten, startet der Motor. drücke ich nach oben, ist der Motor sofort aus. Sehr übersichtlich und doch gut zu bedienen.

Und: Der Wackeldackel (der Bremsflüssigkeitsbehälter) ist nun endlich fest!

 

 

Die linke Schalterarmatur.

Da ist er! Der Einschalter für die Blinker. Endlich ein Blinkerschalter nach Standard. Nichts extravagantes und was kostentreibend ist. Aber auch dieser Blinkerschalter ist gewöhnungsbedürftig, da er kein mechanischer Schalter ist, sondern eher ein Taster. Drückt man den Knopf leicht nach rechts oder links, geht logischerweise der Blinker. Aber das geht so sanft und ohne Rückmeldung am behandschuhten Finger, daß man immer wieder aufs Tacho schaut, um sicherzugehen, daß der Blinker wirklich geht.

Also doch wieder extravagant.

Apropo Blinker: Die vorderen Blinker sind nun höher gesetzt und sind damit sturzgeschützt.

 

OK, drücke ich doch mal den Starter.

"Jiep Jiep! Rooooh Rororororororo!" 

UI!! Der knurrt aber.

Der neue Sound ist zwar vom Grundton der Gleiche, aber deutlich durchdringender und fast schon aufdringlich. Empfindlichere Gemüter könnten sich nach 100 km daran stören. Ich nicht.

 

Schaltfuß auf die zu hohe (neue und nun deutlich breitere) Fußraste und etwas umständlich nach dem Schalthebel hangeln, der etwas zu nah an der Fußraste ist bzw. ist der Abstand durch die breitere Fußraste verringert worden.

Und nun gehts los! Gas auf, der Motor knurrt und die Fuhre schiebt los.

Subjektiv ist der Motor spritziger als der 2012er-Motor, aber nicht zu ruckelig in der Gasannahme. Zwar explodiert die Motorleistung nicht wie bei einer 990 Adventure, aber dafür ist die BMW sehr gutmütig und verzeiht Fehler. Auch offroad. Das finde ich sehr gut.

Das Fahrwerk ist stabil und recht wendig, hält präzise die Linie und schwingt lässig durch die Kurven.

Ja!!!!! Das macht Spaß!!!!

 

Beim kleinen Zwischenstopp mache ich ein paar Bilder. Laßt sie auf Euch wirken.

 

 

Die neuen Seitenteile wirken wesentlich filigraner, aber interessanterweise sind diese breiter, wenn man auf der GS draufsitzt. Und hier ist ein Problem: Die neuen Seitenteile sind etwas ausladender und bei stehender Fahrt stößt man mit den Knien dran, so daß man die Knie fast nicht direkt an die Flanken drücken kann. Blöd.

Stehendes Fahren ist eh anstrengend, da die Fußrasten zu hoch sind und der Lenker zu niedrig. Aber das kann man zu Glück mit Teilen aus dem Zubehör ändern. Und nun wird ein Nachteil zum Vorteil: Im Originalzustand sind ja die Fußrasten zu hoch und das Schalten ist etwas schwierig. Mit tieferen Fußrasten, denen man auch noch die Gummis entfernt, vermute ich dann die perfekte Abstimmung von Fußrasten und Schalthebel.

Die Sitzbank ist übrigens eine aus einem Sortiment von vier, die man sich aussuchen kann. Diese hier ist fürs Reisen gut, aber nichts für offroad, da man wie festgenagelt drin hängt. Das ist die Komfort-Sitzbank mit 89,5 cm.

Aber es gibt noch eine sehr hohe Offroad-Sitzbank (ca. 92 cm) und eine normale Sitzbank (88 cm) und eine niedrige Sitzbank mit 85 cm.

Für Jeden ist also was dabei. Fein.

 

Wie üblich hat BMW noch ne Menge Zubehör, auf das ich nicht eingehen möchte.

 

Der Windschutz ist leider auch hier nicht doll und bei 100 km/h wirds windig und laut.

Der Tankinhalt mit 16 Litern ist leider auch nicht erhöht worden, aber der Verbrauch mit ca. 4,2 Litern ist dafür gut. Also alles beim Alten.

Das Gewicht von der Alten mit 207 kg wird nun nach oben mit 214 kg korrigiert. Realistisch denke ich, daß sich die Modelle gewichtsmäßig nicht geändert haben.

 

Nun, BMW hat hier ein gutes Modell besser gemacht, hat sich aber an keinen größeren Neuerungen rangetraut. Sie wurde nur im Detail überarbeitet. Aber das ist überwiegend gut gelungen.

 

Und nun kommts: Der Preis!

Die 2012er F 800 GS wird dieses Jahr mit 10.867 Euro angegeben. Und das ohne ABS und Bordcomputer.

Die 2013er F 800 GS wird mit 10.750 Euro über den Ladentsich gehen. Aber mit ABS und Bordcomputer!

Das ist ein Schritt in die absolut richtige Richtung!!

 

 

Nun kommt die alles entscheidende Frage: Werde ich mir endlich eine F 800 GS kaufen?

Antwort: Warten wir es ab.

Ich möchte noch im Laufe des nächsten Jahres abwarten, was da noch alles kommen könnte.

Aber BMW hat mich wohl erhöht und einige Mängel/Nachteile beseitigt, die ich hier dokumentiert hatte.

Die Müncher haben hier ihre Hausaufgaben gemacht!

 

 


 

03.08.2013

 

Die neue F 800 GS Adventure

 

Heute will ich mir die neue F 800 GS in der Adventure-Version anschauen.

Am Samstag mit Swea bei BvZ in Wangels.

 

Rein in die Vorführerhalle. Da steht sie.

 



Ganz nett der große Tank. Wirkt aber alles irgendwie......wuchtig. Meinem Geschmack nach zu wuchtig.

 

OK, mal rauf.

 

 

 

Sämtliche Bedienteile sind mit der normalen F 800 GS  identisch. Da hat sich zum Glück nichts geändert. Nu mal vom Seitenständer heben....   Was ist das denn?!?! Das Ding ist ja sauschwer!!

Ich muß gestehen, daß ich mich damit nicht ins Gelände trauen würde. Sie ist einfach viel zu schwer und die hohe Lage des Hecktanks läßt die Enduro irgendwie unausgewogen erscheinen.

Sie wirkt wie die GS-Boxer. Und die mag ich ja nun gar nicht. Viel zu viel Gedöhns, viel zu viel Material dran verbaut, zu schwer. Das Heck und die Front sind viel zu breit. Alles ist sehr ausladend und augenscheinlich sturzgefährend.

 

 

Tja, die Idee mit dem dicken Tank war gut, aber für mich völlig falsch umgesetzt.

Ich sehe hier keinen großen Unterschied mehr zur GS-Boxer. Auch leider vom Gewicht nicht.

Die geplante Probefahrt ist abgesagt.

Die normale F 800 GS habe ich ebenfalls direkt nach dem Probesitzen auf der Adventure mir zwischen die Beine geklemmt......um Welten wirkt sie filigraner, handlicher, offroadtauglicher, leichter.

Der Straßenfahrer allerdings wird sich sehr über die Reichweite freuen.

Also wenn eine F 800 GS, dann eine normale. Denn die ist mit Sicherheit offroadtauglicher. Spätestens dann merkt man das, wenn man den Hobel allein mitten im Nichts aus dem Staub heben muß.

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