Dänemark-Schweden 2010    -    und wieder gehts nach Norden!!!

 

Der Wecker klingelt und wir sind sofort hellwach, denn heute soll es nun endlich losgehen über Dänemark nach Schweden. Unsere Herzen pochen ganz aufgeregt. Das geplante Endziel ist der Vänern-See in Schweden, ca. 700 km von Lübeck entfernt.

Nach dem Blick aus dem Fenster kommt die Ernüchterung: Es regnet sehr stark und Lübeck steht unter Wasser.

Na toll.

 

Wir beschließen, einen Tag später zu starten.

 

Der nächste Morgen zeigt das gleiche Bild: Regen, Regen, Regen.

Na, das kann ja heiter werden.

Am Mittag allerdings zeichnet sich eine Wetterbesserung ab und wir starten nun endlich um 14 Uhr in Richtung Puttgarden zur Fähre.

Da wir noch heute in Schweden ankommen wollen und jetzt schon knapp 2 Tage von unseren geplanten 10 Tagen verloren haben, nehmen wir die Autobahn und bolzen durch.

 

Eine Stunde später verzurren wir die Africa Twin und die Tenere auf dem Deck der Fähre in Puttgarden.

 

Puh! Es geht nun endlich richtig los.

 

Die Überfahrt ist traumhaft und das Wetter scheint nun endlich mitzuspielen, als wir die Fähre verlassen.

 

 

 

  

Wir entschließen uns, auf der E 47 direkt nach Schweden durchzufahren, ohne irgendwelche Landstraßen zu benutzen.

 

Auf der Insel Farø machen wir unsere erste Pause bei bewölktem Wetter und genießen unseren Proviant.

 

 

 

 

 
Kurz nachdem wir Farø verlassen haben, fängt es an zu regnen. Um es kurz zu machen: Der Regen begleitet uns knapp 160 km lang von Sjælland, über die Öresundbrücke bis zum Sturup Airport, wo wir auf blauen Dunst nach einem Hotelzimmer im Best Western Hotel fragen wollen. Allein schon wegen des Déjà-vu-Effekts vom letzten Jahr.

Als wir im strömenden Regen ankommen, zur Rezeption reinstapfen und fragen, ist leider nur noch eine Hotel-Suite frei. Beim Preis (ca. 250 Euro) schlucken wir………und bezahlen.

Aber wir haben es nicht bereut, denn die Suite kann sich sehen lassen: eine Zwei-Zimmer-Suite mit Toilette und riiieeesengroßer Badewanne, Couch und Sesseln, großen Tisch mit Stühlen, ein Schreibtisch und ein Tablett mit Obst, Naschereien und viel Sprudel sind doch ein entsprechender Gegenwert. Dafür heißt es dann die nächsten Tage: Zelten.

 

 

 

 
Ela hat sich noch abends nach dem Einchecken am nahe liegenden Sturup Airport nun endlich ihren schwedischen Plüschelch gekauft.

 

 

 
Der Abend im Hotel mit 2 Stunden entspannenden Baden und viieel klönen auf der Couch war echt toll und hat gut für den Regen entschädigt.

 Der nächste Morgen fängt wundervoll mit leichter Bewölkung an. Einfach traumhaft!!

 

 
 

Nach dem Aufstehen genießen wir das ausgiebige Frühstück-Buffet. Zwischenzeitlich muß Ela die sanitären Anlagen aufsuchen. Zu dieser Zeit kommt die asiatische Küchenkraft und signalisiert, das Geschirr abräumen zu wollen. Eggi setzt da seine exzellenten Englischkenntnisse ein: „No, my wife comes noch to the breakfast.“

Noch Fragen?  

 

Wir checken aus und machen uns zu unserer „schwedischen Hausstrecke“ hinter dem Sturup Airport auf, die wir letztes Jahr entdeckt haben. Hier ist ebenfalls der Déjà-vu-Effekt gegenwärtig und wir quietschen vor Freude, wieder da zu sein.

Wir fahren durch wunderbar kurvige und hügelige Straßen und auch der Schotteranteil ist nicht unerheblich.

Wir genießen einfach diese herrliche Gegend und das sonnige Wetter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Nach unserer ausgiebigen Tour fahren wir nach Svedala (auch hier ein Déjà-vu-Effekt), kaufen im ICA-Markt (Jippie!! Die geliebten Elch-Würste haben uns wieder!!) ein und essen wieder bei „Sibylla“ unsere Burger mit Pommes und Cola.

Unsere Laune ist auf einem absoluten Hoch!!

 

Und dann kommt die Ernüchterung: Die Africa Twin hat einen Platten im Vorderreifen.

Na, zum Glück haben wir eine Druckpumpe mit CO2-Kartuschen, um sie zumindest in die nächste Werkstatt bringen zu können. Aber sie funktioniert nicht.

Nach einiger Rumtelefoniererei und 2 Stunden Warterei kommt ein schwedischer Abschleppdienst. Eggi hilft mit, die havarierte Twin auf den Schlepper zu schieben und zu verzurren.

Der Anblick tut echt weh.

 

Der Fahrer bringt die Twin nach Malmö zu dem Motorradladen MC-Huset, um den Reifen wieder flott zu kriegen. Und wir befürchten, dass das ein oder zwei Tage dauern kann.

Da wir ja wissen, dass Schweden nicht günstig ist, wird die Panne wohl unseren Urlaub beenden.

 

Tja, das war`s wohl: Am zweiten Tag in Schweden können wir nach Hause fahren, nachdem wir gestern stundenlang im Regen hierher gefahren sind.

 

Die Laune ist total im Eimer und wir sind deprimiert, als uns das vor dem MC Huset klar wird.

Dann kommt Kent, der total nette und ca. 160 kg schwere und über 2 Meter große Abschleppfahrer, aus der Werkstatt raus und sagt uns, dass wir in einer Stunde mit unseren Motorrädern nach Ales Stenar fahren werden und nachdem wir den Komplettpreis gesehen haben, wird der Urlaub nicht mehr abgebrochen.

Wir haben mit ca. 500 Euro und 2 Tagen Wartezeit gerechnet, aber es sind 250 Euro und vier Stunden (Warten, Fahrt und Reparatur).

 

Puah………..

 

Während der Reparatur entdeckt Ela einen Skandal: Eine sexistische schwedische Motorradzeitschrift für BMW-Fahrer: 

 Angewidert wenden wir uns ab……… 

 

Nachdem die Twin mit neuem Schlauch fahrbereit auf dem Hof der Werkstatt steht und wir nun doch weiterfahren können, steigt die Laune wieder.

 

An dieser Stelle noch mal ganz lieben Dank an Kent, dem Abschleppfahrer, für seine nette und ruhige Art und an den MC Huset in Malmö, für die prompte Instandsetzung des Vorderradreifens.

 Jungs, Ihr seit Spitze!!!! 

 

 Nachdem wir die Rechnung gelöhnt haben, sind wir über unsere kalorienreiche Nahrung hergefallen (andere Leute nennen so was Schokoriegel) und sind so gestärkt Richtung Kåseberga los, um die Wikingersteinsetzung Ales stenar zu besuchen.

 

Nachdem wir Svedala und Ystad hinter uns gebracht haben, kommen wir in Kåseberga an und entdecken dort an einem Fußballplatz eine Wiese, auf der man campen darf. Wir stellen spontan das Zelt auf.

Kosten: Grad mal 10 Euro für eine Nacht incl. Dusche und Toilettenbenutzung im Fußballheim.

 

 

 

 

 

  

 

Nun machen wir uns abends auf den Weg zu Ales stenar. Wir als Asatru sind ganz schön aufgeregt, die mystische Steinsetzung wieder zu sehen. Und zu berühren.

 

Die Abendstimmung ist sehr intensiv und wir empfinden die Anwesenheit an diesem Ort als ein Geschenk an unsere nordischen Seelen.

Lange sind wir hier und reden kaum ein Wort. Wir nehmen einfach die Gefühle auf und lassen sie auf uns wirken. Diese Steinsetzung aus den Wikingertagen ist für uns ein so wichtiger und sehr intensiver Platz.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eggi nimmt die Kräfte der Götter auf

 

 

 

 

Als die Sonne unterging, sind wir noch mal zu Ales stenar gegangen. Wir sind ganz allein. Nur wir zwei sind dort an diesen mystischen Ort der nordischen Götter.

Es ist unbeschreiblich. Man kann es einfach nicht in Worten fassen.

 

 

Die Nacht war etwas unruhig, da der Wind die Bäume direkt über unserem Zelt ziemlich laut rauschen lässt. Auch haben sich zwei Katzen laut kreischend in die Flicken gehabt.

Am nächsten Morgen haben wir die Spuren des Kampfes entdeckt: Eine Katze hat sich an der Africa Twin hochgehangelt und die Sitzbank perforiert.

 

 

Trotzdem lassen wir uns die Laune nicht an diesem schönen Morgen verderben.

 

 

Nach einem gesunden Frühstück (Saft, Schokoriegel und Elchwürste) machen wir uns auf nach Kivik, um das 3000 Jahre alte Königsgrab aus der Bronzezeit zu besuchen, aber Elas Twin springt nicht an. Sie erinnert sich an die Reifenpanne von gestern und bekommt fast graue Haare.

Eggi:“Ich würd den Gang rausnehmen, wenn der Seitenständer rausgeklappt ist.“

Und die Twin springt prompt an…….

Ela:“Sowas kommt vor, wenn man zwei Tage lang keinen ordentlichen Kaffee hatte.“

  

Wir folgen der wunderschönen Küstenstraße entlang von Kiefernwäldern und felsigen Küstenabschnitten. Bei Sandhammaren machen wir am Strand einen kurzen Stopp.

 

 

 

 

  

Der Weg zum Königsgrab in Kivik (auf Schwedisch: Kungagraven) ist leicht zu finden und wir stellen unsere Enduros unweit der historischen Stätte auf einem Parkplatz ab und stiefeln zum Eingang, wo wir 20 Kronen pro Nase für die Besichtigung abdrücken.

Das ist ein im Durchmesser 75 Meter großer Steinhaufen mit einer Grabkammer, die ca. 3 m mal 5 m groß ist. Wir haben uns zwar etwas mehr darunter vorgestellt, aber das ist ein Grab und keine 5-Zimmer-Wohnung. Es war aber auf jeden Fall beeindruckend und sehenswert.

Aber auch das kleine, idyllische Café ist einen Besuch schon wert, da es an einem Bach mit einem Mini-Stausee liegt.

 

 

 

  

 

 

  

 

Unser nächstes Ziel für diesen Tag soll der Skånes Djurpark in Höör sein. Das ist ein Tierpark, in dem es ausschließlich nordische Tiere gibt.

Nach der Besichtigung des Grabes haben wir die Karte rausgeholt, um uns erst mal zu beraten, auf welchem Weg wir hinfahren wollen. Wir entscheiden uns für kleinste Nebenstrecken über Wälder und verschlafene Dörfchen.

Auf der Landstraße 9 sind wir von Kivik nach Brösarp gefahren und von dort aus nach Torasteröd, Gaddaröd, Huaröd nach Svensköp. Dort haben wir in einem klitzekleinen Tante-Emma-Laden uns wieder mit lebenswichtigem Proviant (Kekse, Saft und Schokoriegel) versorgt.

Von dort aus sind wir weitergefahren nach Satserup, über Gunnarp und S.Rörum nach Höör gefahren. Auf dieser ca. 60 km langen Strecke sind wir ca. 20 km auf Schotter gefahren. Ela war es ein wenig mulmig, da sie ja durch den Schotter bei Sturup sich einen Platten gefahren hatte, aber nachdem sie den inneren Schweinehund überwunden hat, sind wir mit viel Spaß darübergebolzt.

Überall trifft man auf die charakteristischen rot-weißen Häuser, die Feldsteinwiesen, die Natursteinmauern und den allgegenwärtigen Volvo.

 

Falls Ihr diese Orte bei Google Maps suchen wollt……..vergesst es. Maps findet die meisten nicht. Sie sind zu klein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Höör ist der Skånes Djurpark exzellent ausgeschildert und wir parken unsere Enduros auf dem Parkplatz des Parks.

Der Eintritt ist mit ca. 20 Euro pro Nase zwar saftig, aber man braucht mindestens vier Stunden, um wirklich alles zu sehen. Und der Tierpark ist weniger ein Zoo denn mehr ein richtiger Naturpark, wo die Tiere sehr natürlich leben können, da die Anlage wirklich sehr weitläufig ist. Sie ist einfach groß!

Auch der Souvenirshop ist toll und vollständig ausgestattet und man findet dort (im Gegensatz zu vielen anderen Parks) kaum Kitsch. Zum Glück ist in Elas Kisten nicht so viel Platz, denn dann hätte sie sich hoffnungslos durch Plüschtierkauf verschuldet. So blieb es nur ein kleiner Plüschluchs, der eine neue Heimat in Deutschland findet.

 

Was auch schön ist gerade als Motorradfahrer: Es gibt abschließbare Fächer für Helm und Jacke!

  

  

Na? Wer findet die drei Wildkatzen auf dem Bild?

 

 Einer von fünf Bären. Diese Tiere sind echt respekteinflössend!!

 

 

Nun hat Ela endlich ihren Elch live und in Farbe. Übrigens: Das da ist ein kleiner Elch!

 

Kapitale Rotwildhirsche

  

 

Nach ca. 3 Stunden sind wir in den direkt danebenliegenden Skånes Djurparks Camping eingekehrt und haben dort unser Zelt aufgebaut.

 

Eggis große Zehen haben sich entzündet und das Laufen ist sehr schmerzhaft.

 

Der Skånes Djurparks Camping ist sehr groß und abwechslungsreich und hat zwei Besonderheiten: Das Servicehus mit seinem großen Gesellschaftsraum im Wikingerstil und die Jugendherberge Grottbyn, das im Prinzip ein Höhlendorf ist. Sehr genial!!!

 

 

Abendbrot mit Köttbullar

 

 

 

Die Grottbyn-Herberge

 

Das Servicehus von der Grottbyn aus

 

Der Gesellschaftsraum

 

 

 

 

 

Das Servicehus ist supersauber, hat sogar Einzelduschkabinen mit verschließbaren Türen, saubere Toiletten, einen Waschmaschinenraum, eine Küche und das alles ist nur mit einer Art codierter Servicekarte zu betreten, so dass keine Unbefugten eintreten können.

 

Nach der leicht verregneten Nacht machen wir uns auf, weiter Norden zu fahren. Zum Glück ist es aber tagsüber trocken. Eggi hat echte Schmerzen in den Füßen und sagen nicht mehr „Kumpel“ zu ihm. Nach mehreren Stunden Fahrt brauchen wir einen neuen Platz zum Rasten, denn wir haben beide die letzte Nacht nicht so gut geschlafen. Zudem wird es zusehens dunkler am Himmel und es kündigt sich ein Unwetter an.

 

Bei Perstorp sehen wir die ersten „Achtung Elchwechsel“-Schilder und freuen uns!

 

Auf der dichtbewaldeten Landstraße 108 kurz hinter Perstorp sieht Eggi ein kleines Schild: „B & B Altarstenen“. Wir folgen dem Schild und fahren 2 km Schotterstrecke, wobei wir uns nicht wirklich sicher sind, ob uns am Ende ein B & B erwartet.

 

 

 

 

 

  

Wir kommen an einem idyllisches Anwesen an, wo wir von den beiden Betreibern, Birgitta und Bertil, herzlich empfangen werden. Birgitta ist früher selbst Motorrad gefahren und freut sich daher besonders über uns als Gäste. Wir erhalten die letzten zwei Betten und dürfen sogar unsere treuen Enduros in der Garage abstellen. Das ist auch gut so, denn es fängt richtig zu kübeln an.

 

 

 

 

 

Lange sitzen wir abends mit den Beiden bei Kaffee und Kuchen im Wintergarten und reden viel.

Anfangs haben Birgitta und Ela auf Englisch gesprochen. Ela hat das dann Eggi auf Deutsch übersetzt und Birgitta für Bertil, der nur sehr wenig Englisch kann, auf Schwedisch.

Im Laufe des gemütlichen Abends ist Ela immer mehr und mehr ins Schwedische übergegangen und musste nur noch für Eggi es in Deutsch übersetzen. Aber Eggi konnte teilweise einige Wörter und später sogar wenige Sätze auf Schwedisch verstehen.

 

Schwedisch ist gar nicht mal so schwer, wenn man Deutsch als Muttersprache hat, da die Grammatik nahezu identisch ist. Teilweise erinnert es sogar ans Plattdeutsche.

 

Ela hat ihr Schwedisch deutlich verbessern können und Eggi gibt sich alle Mühe, mit dem Englischen hinterher zu kommen. Sogar einige Brocken Schwedisch gehen mittlerweile!

 

Spät abends gehen wir ins Zimmer, um zu schlafen und wie von Birgitta angekündigt, kommt die Katze „Miloo“ mit und legt sich sogar bei Ela mit ins Bett und macht es sich dort für die Nacht gemütlich. Dabei macht sie sich ziemlich breit und es fühlt sich fast wie zu Hause an.

 

Über Nacht hat es sehr stark geregnet.

 

Am nächsten Morgen bereitet uns Birgitta ein fulminantes Frühstück mit allen schwedischen Schikanen zu und wir hauen kräftig rein.

 

Huiii, war das lecker!!!!

 

Langsam müssen wir wieder los und uns fällt der Abschied von Birgitta und Bertil sichtlich schwer. Wir haben ihre Herzlichkeit sehr zu schätzen gewusst. Wir verabschieden uns mit Umarmung und versprechen, dass wir uns bei den Beiden melden und uns mit Sicherheit auch wieder sehen werden.

 

Bei gutem Wetter packen wir wieder unsere Enduros.

 

 

 

 Nun fahren wir zu unserem endgültigem Ziel: den Bolmensee in der Region Småland.

Zwar hatten wir ja geplant, zum Vänernsee zu fahren, aber das anfängliche Regenwetter in Deutschland und die Reifenpanne haben an unserem Zeitfenster und am Budget gefressen.

  

Die Gegend nach Norden wird zusehends einsamer. Nur wenige rot-weiße Häuser und noch weniger Fahrzeuge sehen wir. Dafür aber umso mehr Bäume, gefolgt von Bäumen und noch mal Bäumen.

 

 

 

 

  

 

In einer kleinen Ortschaft mit doch immerhin mehr als 5 Häusern sehen wir etwas erstaunt und amüsiert eine riesige Katzenfigur aus Holz.

 

 

Vorbei an der gewaltigen Stadt Markaryd (ca. 3800 Einwohner) fahren wir über einsame Straßen nach Hinneryd und Torpa. An der Landstraße 25 ist ein Wegweiser zu einem Campingplatz, dem wir folgen. Wir fahren weiter über Byholma nach Odensjö.

 

 

 

 

 

  

Bei Odensjö ist dann der letzte Wegweiser, der uns auf kilometerlange Schotterpisten durch den – man glaubt es kaum – Wald führt. Aber das kennen wir ja mittlerweile.

 

Am Bolmensee angekommen finden wir den Löckna Campingplatz.

Das Wetter ist traumhaft, die Gegend wunderschön, der See glitzert, die Anlage ist sauber und übersichtlich……..was will man mehr?!?!

 

  

Die Freude ist offensichtlich: Ela führt einen Freudentanz auf.

 

  

Genießt einfach die Bilder, denn die sagen mehr als Worte

 

Als ich die Tenere in Position bringe, kippt sie mir fast vom Körper weg in den See. Ich möchte darüber aber nicht weiter reden…… 

 

 

 

 

  

Elas Twin

 

 

 

 

 

 

Ja, wir freuen uns!!

(und Eggis Bart sprießt weiter)

 

 

 

 

 

 

 

Ela am Steg beim Saunahaus

 

 

Der Abend senkt sich und der Mond geht auf.

 

 

 

  

Wir sitzen noch lange bei Mondschein auf dem Steg und genießen diesen sehr romantischen Abend zu zweit Arm in Arm. Wir wollen eigentlich gar nicht ins Zelt, aber die Müdigkeit (und die Mücken) zwingen uns dazu.

  

Der nächste Morgen fängt mit einem wunderbaren Sonnenaufgang an und wir streifen schon um kurz nach Sechs über den Platz.

 

 

 

 

 

 

 

Dunst steht über den Strand

  

 

 

 

Im Laufe des Tages machen wir noch ein paar Bilder

 

 

 

 

  

Wir überlegen, ob wir noch einen weiteren Tag hier verweilen, allerdings sagte Hellen, die sehr nette, dänische Platzwartin, dass es heute im Laufe des Tages sehr schlechtes Wetter aufkommen soll.

Schweren Herzens packen wir unsere Sachen, denn wir wissen, wir müssen wieder nach Süden.

Wir beschließen, nicht hier mehr Urlaub machen zu wollen, sondern hier zu leben.

Naja, vielleicht in ein paar Jahren……

  

Die Enduros rollen vom Platz durch die Wälder wieder Richtung Markaryd nach Vittsjö (wo wir im ICA-Markt wieder unsere Vorräte auffüllen) und überschreiten wieder die Grenze zum Skåne Län.

 

 

 

 

Bei N. Åsum wird der Sprit langsam knapp, aber wir finden keine Tankstelle. In Åhus finden wir endlich zwei Tankstellen, aber die eine „Kort-Tankstelle“ lässt sich nicht bedienen, da unsere deutschen Maestro-Karten nicht akzeptiert werden.

Wir fahren rüber zur Statoil „Automater-Tankstelle“ und die funktioniert zum Glück und wir ranzen unsere Fässer voll mit schwedischen 95er Sprit, dass etwa unserem „98 Super“ entspricht.

 

 

Die Wälder sind schon seit einigen Kilometern den Feldern und Wiesen gewichen.

  

Weiter geht’s über Degeberga, Brösarp nach Kivik und Simrishamn. Es bewölkt sich ab Skillinge sichtlich und es frischt auf.

Kurz vor Kåseberga fängt es an zu regnen und wir entschließen kurzfristig, zum Löderups Strandbad zum Campingplatz zu fahren und hoffen dort auf eine Hütte.

Kaum eingecheckt, gießt es wie aus Eimern und wieder einmal war unsere Entscheidung goldrichtig.

Die Hütte ist für 50 Euro richtig gemütlich und mit kleiner Küchenzeile plus Geschirr und vier Betten sowie zwei Schränken recht gut ausgestattet.

 

 

Wir treffen hier auf ein junges Pärchen aus Bayreuth, mit dem wir noch ne Weile klönen.

Hinter dem direkt am Strand liegenden Campingplatz ist ein kleiner Wald, wo wir noch ne Runde spazieren gehen.

 

 

 

 

 

 

Nach dem Starkregen in der Nacht präsentiert sich der nächste Morgen total sonnig. Wir haben wieder echt Glück!!

 

 

 

Und der Strand ist wunderbar, aber sehr windig

 

 

 

Nachdem wir uns bei den Beiden aus Bayreuth verabschiedet haben, fahren wir bei ziemlichem Wind weiter nach Ystad.

Auch hier erwartet uns ein Déjà-vu: der wunderschöne Strand von Ystad

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der starke Wind macht uns Sorgen und wir erfahren, dass er sich nicht legen soll. Wir müssen eine Entscheidung treffen: Einen Tag noch bleiben oder von hier aus nach Dänemark fahren?

Wir entscheiden uns für Dänemark, da wir befürchten, dass der Sturm Morgen mindestens genauso sein könnte.

Nachdem wir in Svedala dem ICA-Markt einige Vorräte abgerungen haben und bei Sibylla das letzte Mal essen, machen wir uns fertig, die Öresundbrücke auf der E 65 zu bezwingen.

 

Auf dem Weg zur Brücke ist die Laune gedrückt, den wir wissen: Wir verlassen gleich das wunderschöne Schweden.

 

An der Kasse warnt uns der Mitarbeiter mit ernster Miene vor der Brückenfahrt, denn der Sturm und die Schlagwinde seien unberechenbar.

 

…..und rüber…….

 

In der Tat war die Brücke nicht lustig und Eggi sah sich mehrere Male in den Leitplanken, trotz der teilweise nur gefahrenen 38 km/h.

Elas Twin mit ihren ca. 270 kg hat da deutlich weniger Probleme, schaukelt aber auch kräftig im Sturm.

Egal. Augen zu und weiter und schön gegen den Sturm stemmen. Die Hände, Oberkörper und Nacken sind nach vielen Kilometern völlig am Ende und wir fahren die E 47 bei Køge ab und machen im dänischen Køge eine ausgiebige Pause. Hier finden wir in den Innenstadtsträßchen Ruhe und schlendern durch die Geschäfte und genießen es einfach.

 

  

Ein Geschäft hat ein riesiges Angebot von Life-Rollenspiel-Artikeln und wir sind dort eine Weile.

 

Dann folgt die Fahrt auf der Landstraße 209 über Fakse nach Præstø.

 

 

 

 

 

Um ca. 18 Uhr tanken wir Præstø und müssen eine weitere Entscheidung treffen: Auf dem Campingplatz übernachten oder direkt nach Deutschland?

 

Wir entscheiden uns für Deutschland, da wir keine Wetterbesserung vermuten. Dies sollte sich im Nachhinein als richtig erweisen.

Also rauf auf die E 47 und Hahn auf. Der Sturm und der Schlagwind sind sehr anstrengend, aber wir packen es.

Auf der Insel Farø wird es noch mal spannend: Die Überquerung der Farø-Brücke. Sie ist deutlich kürzer und nicht so hoch und wir kommen relativ schmerzfrei rüber.

Der Sturm lässt merklich nach, aber mehrmals kommen riesige Wolkenberge mit Regen auf uns zu, denen wir aber durch die Autobahnführung ausweichen können.

 

Und weiter durch Lolland…….

 

In Rødbyhavn sind wir wieder ziemlich alle und freuen uns auf die 45 Minuten Überfahrt, auf der wir uns nach 260 km starken Seitenwind ausruhen können.

Es klart merklich auf und der Wind wird zum lauen Lüftchen. Die Sonne senkt sich langsam gen Horizont.

 

  

 

Nach Verlassen der Fähre fahren wir über die Autobahn zur Fehmarnsundbrücke, wo eine Warnung (starker Seitenwind) ausgesprochen wird.

Auf der Brücke fühlen wir uns leicht veräppelt, denn der „starke Seitenwind“ ist ein Windchen. Wir können sogar einhändig fahren.

Die Melder sollen mal die Öresundbrücke befahren, dann wissen sie, was echter Seitenwind ist…..

 

 

Die letzten 80 km fahren wir zügig über die Autobahn nach Lübeck und fahren Lübeck Zentrum ab.

Als wir um ca. 21.20 Uhr am Garagenhof angekommen, ist es schon dunkel und es ist stark bewölkt. Nachdem wir die Enduros abgepackt haben und los in die Wohnung gehen wollen, fängt es tierisch zu kübeln an. Genau 25 m vor der Haustüre. *grins*

Na, wenn das nicht Timing war!! 

 

 

 Unser Fazit:

 

Trotz der Widrigkeiten (Reifenpanne und Eggis entzündete Zehen) war es ein grandioser Urlaub, der leider zu kurz war.

Mit dem Wetter hatten wir abgesehen vom Anreisetag unglaubliches Glück, denn entweder hat es Tage vorher geregnet, es war nachts oder wir waren in einem Haus/Hütte oder der Regen kam einen Tag später nach unserer Abreise. Von den 1524 km Fahrt waren es ca. 180 km Regen, aber leider auch 260 km Sturm am Abreisetag. Das war auch nicht so schön.

 

Unser Urlaubsplan war, dass wir keinen Plan außer ein paar Anlaufstellen haben und das war gut so.

 

Die Menschen in Dänemark und Schweden sind supernett und sehr hilfsbereit. Das macht es einem leicht, sich hier eine Zukunft vorzustellen.

 

Wir werden definitiv wieder nach Schweden fahren!!!

Und dann geht es mindestens bis zum Vänernsee!!

 

VERSPROCHEN!!!

 

 Ela & Eggi

 


Was hätten wir noch gebraucht:

 

- Autan gegen Mücken

  (wie blöd kann man nur sein, ohne das Zeugs in schwedische Wälder im August zu fahren)

 

- ADAC-Schutzbrief Plus für Pannen im Ausland

   (hinterher ist man immer schlauer bzw. passiert immer genau das, wogegen man nicht

   versichert ist)

 

- Getränke als Konzentrat

   (das hätte ne Menge Kosten und Platz gespart)

 

- permanente Wetterinformationen

  (wir hatten zwar unglaubliches Glück, aber toll wäre es trotzdem)

 

  

Was haben wir nicht gebraucht:

 

- das gebraucht gekaufte GPS

   (ohne Mädchenkompaß, aber mit Karte und Kopf einschalten macht es einfach mehr

    Spaß, denn man hat es selbst geschafft und es hat einen Hauch von Abenteuer)

 

 

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