Schweden 2012

Reisebericht Schweden 2012

 

 23.06. - 03.07. - 2850 km


 


Es ist nun unsere siebte Reise in vier Jahren, aber trotzdem sind wir wieder total aufgeregt!

 

Ist alles vorbereitet? Sind die Enduros fit? Haben wir alles eingepackt? Fehlt nichts? Funktioniert die Kreditkarte? Funktioniert die Technik? Macht die Arbeit im allerletzten Moment keinen Strich durch die Rechnung?

Zwar wollten wir dieses Mal auch ein oder zwei Tage Norwegen mitnehmen, aber das hat leider nicht geklappt. Aber dazu später mehr.

 

 

Die Nacht zum 23.06. schlafen wir wieder mal schlecht. 

Abends zuvor sind die Enduros vollgepackt worden, so daß wir das nun morgens nichts mehr machen müssen.

Wieder rollen ein paar Tränchen bei Ela, als sie sich von unseren Katzen verabschieden muß.

 

20 Minuten vor der Abfahrt gehe ich (Eggi) runter zur Garage, um die Enduros rauszuholen.

Überpünktlich steht Lutz, unser Kumpel, der uns dieses Mal begleiten wird, startbereit auf dem Garagenhof.

 

 

Wer macht alles in unserer Geschichte mit?

 

Ela, meine Frau, mit ihrer Yamaha XT 660 Z Tenere

 

Eggi (ich, der Dicke) mit Yamaha XT 660 Z Tenere

 

Lutz (der 2-m-Zwerg) mit KTM 990 Adventure

 

Kai-Uwe (der Energie-Zwerg) von nordicbiker.se mit KTM 990 Adventure

(Den tollen Reisebericht von Kai-Uwe findet Ihr hier !!)

 

 

und später kommen hinzu:

 

Hasse, der XT-fahrende Ganzjahres-Allwetter-Überallhin-und-Überhaupt-Fahrer aus Schweden mit einer XT 600 E und einer XT 600 Z, beide aus den 80ern.

 

Wille, der 43er-Baujahr aus Schweden mit seiner 2011er Triumph Tiger 800 XC

 

 

Aber wieder zurück zum Samstag, den 23.06. um ca. 8:10 Uhr.

Lutz ist aufgeregt wie das HB-Männchen, denn es wird für ihn die erste Auslandsreise mit der Enduro sein.

 

OK, alles aufgesattelt und ab zur nächsten Tanke, Reifendruck checken.

Bei sonnigem Wetter geht’s über die Autobahn A1 nach Puttgarden, um mit der Fähre nach Dänemark überzusetzen.

 

Bestes Wetter erwartet uns

 

Die coole Crew!!!

 

Lutz mit unheiligen Death Metal-Schein 

 

 

Wir fahren auf der E 47 weiter. Die ist zwar total langweilig, aber wir wollen heute noch beim Bolmensee ankommen, der 2010 unser Endziel darstellte.

 

Auf der Insel Farø machen wir unseren ersten Stopp.

 

Immer diese Tankerei der KTM-Fahrer……

 

 

 

Immer wieder schön: Die Brücke von Farø.

Und auch wie immer: Eggi ohne Bart.

 

 

 

In Dänemark muß Lutz tanken und freut sich auf sensationelle 5,7 L Verbrauch.

Zitat:“Altaaaaaaaa, nur 5,7 Liter hat die KTM geschluckt. Das ist ja voll crazy!!“

Später in Schweden tanken Ela und ich und haben ein Verbrauch von 3,78 L (Ela) und 4,33 L (Ich, Eggi). Lutz Kommentar: „hmph……..“

 

Weiter fahren wir nach Helsingør, um mit der zweiten Fähre nach Helsingborg zu fahren.

Mit Schwung fahre ich auf die Fähre und weiß seit exakt einer Sekunde ganz genau, daß ruckartiges Gasgeben und regennasse Stahlschiffsböden sich nicht vertragen: Ich hätte aufgrund des ausbrechenden Hinterrades fast die beladene Fuhre der Decksmannschaft vor die Füße geworfen.

Die Fähre braucht zwar nur ca. 12 Minuten (sind ja auch nur ca. 4 km), aber dieses Mal braucht sie über eine Stunde.

Nach 20 Minuten schlägt irgendwas an die Bordwand, als ob ein 10 Meter großer Troll mit einem 500-kg-Hammer gegen die Bordwand ballert.

Da wir bei den Enduros stehen und die Bordwand ca. 4 Meter hoch ist, sehen wir nichts und wissen nicht, was los ist. Uns wird mulmig. Wir erwarten schon fast steigendes Wasser an Bord der Fähre.

Was ist los?

Ein Seitenstrahltriebwerk ist defekt und das Schiff kann somit nicht anlegen.

Das Geballer sind die Ankerketten, die abgelassen werden.

Nach der Reparatur gehts dann doch zur Rampe.

 

Als wir von der Rampe fahren, werden wir 30 km lang mächtig abgeduscht.

 

Wir fahren weiter über die E 20 bis Melbystrand Richtung Laholm nach Norden. Ab hier wird’s auf den stark bewaldeten Landstraßen recht einsam. Und auch das Wetter spielt langsam mit.

Lutz ist völlig hin und weg! Die Landschaft und die Stimmung hauen ihn um und er ist total begeistert!  Auch haben wir unsere ersten Schotterpisten befahren.

Nach 449 km treffen wir am Bolmensee auf dem Löckna Campingein.

 

Ziemlich erschlagen, aber zufrieden bauen wir unsere Zelte auf und erkunden ein wenig die Gegend und machen diese schicken Bilder.

 

 

 

Lutz hat mächtig Spaß und kann nun ausgiebig seine Profi-Kamera nutzen.

 

Lutz wird von einem krakenartigen Ding angesprungen.

 

 

 

 

Am nächsten Morgen macht Lutz diese Bilder:

 

 

 

Der nächste Morgen ist mild und wolkig. Beim Zeltabbauen fängt es übel an zu schiffen an und unser Zelt und meine Luftmatratze werden klitschenass.

Ich könnte echt *piiiieeeep*

 

Bei leichtem Regen fahren wir Richtung Tiveden, wo wir uns mit Kai-Uwe treffen wollen.

Meist begleiten uns leichter Regen und selten fahren wir bei Trockenheit. Zudem ist es echt frisch geworden.

 

Unterwegs auf Schwedens Landstraßen wollen wir auf einem Feldweg bei Forsvik am Vätternsee ein paar Bilder schießen, da bekommen wir eine Warnung von einem älteren Ehepaar: „Auf diesem Feldweg sind ein paar Kühe ausgebrochen…..“ Hm. Ja, und? Ist doch nicht so schlimm, oder? „…..und ein Stier.“ Ok, wir sollten doch wieder zurück.

 

Gegenüber vom Feldweg ist ein kleiner Rastplatz mit Toilette. Ich (Eggi) will da gar nicht mehr raus, weil die geräumige Toilette mollig warm ist und blockiere sie eine geschlagene Viertel Stunde bis ich sie der fröstelnden Ela überlasse.

 

Hier ein Bild von Lutz

 

Hier mach Ela ein Bild mit Lutz Kamera

 

 

  

Nach 281 km treffen wir im Tiveden Nationalpark ein und treffen auf einen äußerst gut gelaunten Kai-Uwe. Die Begrüßung ist fast schon überschwänglich. Lach Und auch Lutz und er lernen sich endlich kennen.

Ela, Lutz und ich mieten uns ne Hütte, da das Wetter wieder schlechter geworden ist. Es kübelt!!

Kai-Uwe macht uns ein schönes Essen und wir verbringen zu viert einen tollen und unterhaltsamen Abend.

 

Und: Er schenkt und allen ein T-Shirt mit der Aufschrift "Rosentorper Schottertage 2012" und dazu die entsprechenden Namen. Coooool!!!!!

 

DAS entschädigt doch locker das üble Wetter, oder?  ;)

 

 

 

Man glaubt es kaum, aber am nächsten Morgen ist das Wetter noch erheblich schlechter geworden. Die Wolken hängen tief und wir befürchten fast, ohne Taucherausrüstung zu ersaufen.

 

 

Lutz in unserer kuscheligen Hütte. Trotz Wetter ist er von Schweden begeistert.

 

 

Nach einem guten Frühstück geht’s los.

Unterwegs macht Kai-Uwe mich aufmerksam, daß mein Licht nicht mehr geht. Naja, ok. Schalte ich auf Fernlicht. Wie? Geht auch nicht? Na toll…..

 

Die Enduros sind über und über mit einer dicken Kruste Schlamm und Sand überzogen. Auf der einen Seite siehts irgendwie cool aus, wie echte Abenteurer halt, aber auf der anderen Seite bleiben davon einige Teile (Bremsbeläge, Kettensatz, Schlösser…..) nicht unbehelligt.

 

Nach 130 sehr regnerischen Schotterkilometern und teilweise schmierigen Waldwegen kommen wir im Vandrarhem (Herberge) Mårtensbo in Hällefors an. Dieses Vandrarhem betreibt ein altes Mütterchen und das Haus ist echt klasse!!

Schöne Zimmer, eine große vollständige Küche und vernünftige sanitäre Anlagen. Und das alles im kuscheligen Look mitten im tiefen schwedischen Wald.

 

Bilder von Lutz

 

 

 

Übrigens: dieses Mal habe ich auch meine Regensachen benutzt!

Nicht wie letztes Jahr bei der Rückfahrt über Dänemark, wo ich die Regensachen schonen wollte.

 

Aber trotzdem sind Stiefel und Handschuhe bei uns teilweise völlig durch. Auch bei den sündhaft teuren Sachen, die wasserdicht sein sollten, gibt es leichten Wassereinbruch. Es hält halt nichts ewig die Wassermassen ab……

 

Und das Schönste: Klitschnasse Sachen bei Fahrtwind und 7°!! Brrrrrr

 

Naja, immerhin zaubert mal wieder Kai-Uwe ein herrliches Essen und Lutz und ich waschen wieder ab. Aber dieses Mal ist ein Geschirrspüler da. Muhahahah!!!

 

 

 

Am nächsten Morgen ist es trocken und wir können nun endlich nach dem defekten Licht schauen. Birnen gewechselt. Nichts. Also weiter schauen……..

 

Zu dritt machen wir eine kritische Operation am offenen Herzen und können das Licht reparieren (ok, wir haben die Sicherung gewechselt ).

 

Unterwegs nach Rosentorp machen wir bei einer Sennerei in Bastberget einen Zwischenstopp, wo wir auf die ersten Elche treffen. Sie machen „Muh“ und trotten von dannen.

 
Bild von Lutz

 

 

Bilder von Lutz

 

 

 Noch ein paar Bilder unserer nun leicht benutzten Enduros

 

Man vermutet, daß darunter ne KTM ist

 

Eggis Z

 

Der Elch muß dringend in die Badewanne

 

 

 

 

Bilder von Lutz

 

 

 
Spätestens hier – deutlich nördlich vom Vänern- und Vätternsee  - sehen wir fast keine weiße Ware mehr (Wohnmobile). Das ist auch ganz gut so, da sie häufig in den kurvigen Straßen im Schneckentempo den sämtlichen Verkehr ausbremsen. Allerdings muß man fairerweise sagen, daß die die A) saubequem sind und B) viele Womo-Fahrer ihres Schneckentempos bewusst sind und mal hier und da rechts ranfahren, und den schnelleren Verkehr passieren lassen. 

 

Endlich sind wir dort angekommen, wo wir immer sein wollen!!!

 

 

 

Bilder von Lutz

 

 

 



 

Ein kleiner Stopp:

 

Hier tanzen Kai-Uwe, Ela und ich um den Midsommar-Baum; Bild von Lutz

Nein, war gar nicht albern…..

 

 

 

 

 

Lutz und ich endlich mal ernsthaft…..ok, misslungen.

 

Lutz ist hin und weg

 

Der Beweis: je älter man wird, desto kleiner wird man.

Aber je größer man ist, desto fauler wird man……hüstel.

 

 

 

Auch dieses Jahr machen wir einen kleinen Halt auf dem Granberget. Dieses Mal jedoch ist das Wetter nicht so dolle. Aber wir werden nicht naß!!

 

 

 

Bild von Lutz

Hier merkt man, daß seine Kamera deutlich teurer ist als meine DigiCam für 80 Euro.

 

 Bilder von Lutz


 

 

 

Unser letzter Stopp vor Rosentorp:

Die Böcke sind immer noch dreckig.

 

Unsere Enduros

 

Das blaue Schild ist ein Hinweisschild, daß Rosentorp fast erreicht ist. Juhuuu!!! 

 

 Bild von Lutz

  

Bei bestem Wetter fahren wir zu viert durch wunderschöne Landschaften die 245 km über Schotterpisten nach Rosentorp, unserem Endziel. Dabei knacke ich (Eggi) meinen Geschwindigkeitsrekord: 127 km/h auf Schotter!! 

 

Ela fährt die Hofeinfahrt zur Stuga runter

Bild von Lutz

 

 

Als wir auf den Hof fahren, sehen wir sofort einen alten Bekannten: Hasse mit einer seiner XTs!!

Nach einem kleinen Plausch begrüßen wir Karin und Uwe und überreichen Karin eine Kühlschachtel mit Milka-Kostbarkeiten. Sie freut sich sehr, da sie Milka-Sachen über alles liebt (sogar ihr Lieblingshund heißt Milka) und es in Schweden quasi keine Milka-Schokoladen gibt.

 

Wir beziehen unsere zweistöckige Örnboetstuga (Adlerheimhütte) und – effektiv wie immer – sieht die Hütte in Nullkommanichts aus wie ein Schlachtfeld.

Was soll man machen? Wir haben halt viele Sachen mit.

 

Lutz und Kai-Uwe

 

 

Der wichtigste Platz in der Stuga: die Küche!

Bild von Lutz

 

Und die Schlafplätze sind einfach nur kuschelig.

 

 

Abends grillen wir schön mit Karin, Uwe, Hasse, Lutz, Ela und mir.

Hach, wie in alten Zeiten!

 

Für mich (Eggi) das beste Bild!

 

 

Posen an Uwes Kleinwagen

Bilder von Lutz

 

Abends gehen Kai-Uwe, Ela, Lutz mit Karin zu einem kleinen Hügel.

Bild von Lutz

Das Bild ist um 23:11 Uhr gemacht worden

  

Ziemlich ermattet fallen wir satt und müde im ersten Stock in die Betten und schlafen schnell ein.

 

 

 

Nach einem leckeren Frühstück fahren Kai-Uwe, Lutz und ich (Ela macht einen Ruhetag) bei bestem Wetter los.

Die Schotterstrecken und die Landschaft sind einfach traumhaft! Am liebsten würden wir immerzu rauf und runter fahren. Lach Aber es werden heute nur 170 km.

 

 

Zitat Lutz:“Aldaaaaa!!  Der Hammaaaaaaa!!!“

 

 

Bilder von Lutz

 

 

 

 

Wir schauen uns noch ein wenig Moorlandschaft an. Hier wurde sogar ein Aussichtsturm aus Holz hingestellt, der allerdings übel schwankt. Eigentlich nix für mich, der Höhenangst hat, aber was solls: Ich will Bilder machen.

 

 

Kai-Uwe und Lutz

 

Weiter auf Stegen (is ja Moor) machen wir diese Bilder.

 

Bild von Lutz

„Ahh!! Ein Troll knipst mich!!“

 

 

 

 

Weitere Bilder von unterwegs.

 

 

Wir sind wieder auf dem Pilkalampinoppi, den 644 Meter hohen Berg mit dem Feuerwachthaus oben drauf. Lutz ist absolut begeistert und auch Kai-Uwe und ich sind froh, wieder hier zu sein.

 

 

 

Warum ist Kai-Uwe so groß wie wir? Tja, er ist auf unseren Schultern und seine Beine baumeln ca. 20 cm in der Luft.

 

Poserbild von Eggi

Knipser ist wieder Lutz

 

Lutz ist glücklich

 

Bilder von Lutz

 

Hinten auf dem Pfad

 

 

 

 

Ein paar Bilder mit Eggis Handy

 

Eggi: Mit so einem Herd hat meine Mutter noch gekocht. Da war ich fünf Jahre alt.

 

Aus dem Beobachtungsturm

 

 

Bei Noppikoski

 

Bilder von Lutz

 

 

Kai-Uwe im Ritt.

Auf dem Schild steht übrigens, daß man das Fahren auf diesen Wegen auf eigene Verantwortung macht. Sollte man bei uns auch machen. Und dafür die Wege legalisieren. Aber dafür ist unser Land leider zu dicht bevölkert.

 

Bilder von Lutz

 

 

Abends kocht Kai-Uwe wieder für uns und Lutz und ich waschen ab. Verd…..es gibt hier keine Geschirrspülmaschine.

Lutz überlegt, beim nächsten Urlaub seinen Geschirrspüler mitzunehmen.

Später wird Lutz Kommentar wie folgt sein:“Wenn ich zu Hause bin, werde ich meinen Geschirrspüler küssen“.

 

Gemütlich lassen wir den Tag in der Hütte ausklingen.

Warum in der Hütte, wenn das Wetter super ist? Tja, die Mücken sind dieses Jahr besonders hungrig und wir werden nahezu von diesen Drecksbiestern massakriert. Nun wird der Leser fragen, warum wir denn kein geeignetes Mückenmittel haben. Nun, haben wir. Sogar das ganz Heftige, aber die Mücken wissen wohl nicht, daß sie dann nicht stechen dürfen…… 

 

Um kurz nach 22 Uhr kommt noch Wille, ein Freund von Kai-Uwe, mit seiner Tiger 800 XC, auf den Hof gerollt und schließt sich unserer Truppe an. Trotz seines 43er Baujahres ist er noch richtig fit! Er bezieht die Fladdermusstuga auf der anderen Seite des Hofs.

 

 

 

Am nächsten Morgen machen wir uns auf, diverse Aussichtspunkte anzufahren. Hasse und Wille fahren auch mit. Wir befahren ne ganze Reihe von schönen Orten auf noch schöneren (aber auf teilweise sehr steilen und sehr kniffligen) Schotterpisten.

Auch haben wir einen wunderschönen Staudamm besucht.

 

 

Mal ehrlich! Das sieht doch aus wie ein cooles Werbebild für Reiseenduros.

 

 

Die trockene Seite des Staudamms

 

 

 

 

Die nasse Seite des Staudamms

 


Bilder von Lutz

 

Hasse mit seiner XT 600 Z

 

 

 

Bilder unterwegs

 

 

 

 

 

Eggi und Hasse

 

 

Hier sieben Bilder von Kai-Uwe:

 

 

 

 

Lutz KTM 990 Adventure und Hasses alte XT 600 Z

 

unsere komplette Truppe

(Bild von Kai-Uwe)

v.l.n.r.: Kai-Uwe, Lutz, Eggi, Ela, Wille und Hasse

 

Man sieht es nicht, aber das war hier echt steil!!

 

Bilder von Lutz

 

 
 

Dann fahren wir über staubigste Pisten zum Orsa Björnpark (Bärenpark), wo wir allerdings erst mal ein wunderbares Buffetessen uns zu Gemüte führen. Schnitzel, Steak, Hackbraten, kleine Kartöffelchen, gedünstetetes Gemüse, und, und und. Mums!!! (schwedisch: lecker!!!)

Im Park sehen wir jede Menge sibirische Tiger, Bären und sogar vier total süße Bärenjungen. Ein Wolf läßt sich auch kurz blicken.

 

Ja, Lutz Jacke war mal pechschwarz

 

 

Im Björnpark

Bilder von Lutz

 

 

Die beiden Teneres laufen richtig gut!

Mit 2000 Umdrehungen einen Berg hochfahren oder im dritten Gang zwischen 40 und 75 km/h fahren….alles kein Problem.

Die XT 660 Z ist super ausgewogen, verzeiht Fehler und das Motorradgewicht fühlt sich immer 20 kg leichter an. Ob bei Hitze oder Nasskälte, ob schmierige Passagen oder Volllast über die Pisten jagen. Alles geht. Und das sehr zuverlässig!!

 

Die Tour endet nach 225 km und am Grill von Karin und Uwe.

 

 

Am nächsten Morgen machen wir ein unschöne Entdeckung: Die Bremsbeläge der beiden Teneres sind hinten ziemlich runter. Bei Elas Tenere sogar bis fast zur Trägerplatte. Die Fahrten bei Regen auf schlammigen Pisten haben ihren Tribut gefordert und den Verschleiß auf Faktor 5 hochgekurbelt. So ein Mist…….

 

Kai-Uwe hat für uns sofort neue Beläge geordert und die sollten in ein paar Tagen in Orsa landen.

 

Heute wollen wir zum Museumshof Fågelsjö. Ein Haus, was ca. 1910 verlassen wurde und bis heute mit dem kompletten Interieur als Museum zu besichtigen ist.

Ich (Eggi) mache heute meinen Ruhetag und Ela fährt bei Kai-Uwe mit.

 

Hier ein paar Bilder vom Museumshof und von unterwegs von Lutz:

 



Als wir alle wieder da sind, grillen wir wieder schön mit Karin und Uwe. Wir lieben diese Routine.

 

 

 

Am Morgen gibts eine böse Überraschung: Kai-Uwes Batterie hat sich entladen, weil das Navi-Dingsbums noch an war. Wir den Weg hoch zum Schotterweg geschoben (was gar nicht anstrengend war.  ) und versucht, durch Runterschieben die Karre wieder zum Laufen zu bringen. Betonung liegt auf „versuchen“, denn die Kompression verhindert den Schiebestart äußert erfolgreich.

Wille hat ein Überbrückungskabel und Kai-Uwe baut den Motorschutz ab, um die Batterie freizulegen. Angeschlossen, Starter drücken, KTM läuft.

Auf ein Mal ist Willes Schlüssel von der Tiger 800 XC weg. Eine große Sucherei beginnt. Ein paar Minuten findet er ihn: Er steckt noch am Schloß von der Sitzbank.

 

Heute wollen wir geocachen, allerdings ohne Lutz, denn der hat sich ne Erkältung eingefangen und will heut im Bett bleiben und knacken.

 

Die Strecken sind wunderschön, aber sie werden auch zusehend schwieriger, so daß wir zum Schluß abbrechen müssen, weil nicht alle die Strecken schaffen. Nunja, üble ausgewaschene Spurrillen mit schmierigen Inhalten sind nicht jedermanns Sache.

 

 

 

 

 

Unterwegs breche ich (Eggi) meinen neuen Geschwindigkeitsrekord noch mal: 137 km/h auf Schotter. Das war übrigens die höchste Geschwindigkeit von mir auf dieser Reise. Einschließlich Autobahn.

 

Auf dem Rückweg bleibt Kai-Uwe stehen und fummelt an seinem Navi rum. Es ist aus. Die Stromversorgung ist hin. Als wir weiterfahren wollen, springt Willes Tiger 800 XC nur noch unwillig an, hält kein Standgas und kann nur mit 6000 Umdrehungen angefahren werden.

 

Oh, oh………..

 

In Rosentorp angekommen macht sich Kai-Uwe sofort daran, die Stromversorgung zu flicken, was ihm nach ca. 2 Stunden auf erfolgreich gelingt. Ja, das Studium hat sich ausgezahlt.

 

Auf der zweiten Tour fahren Kai-Uwe, Wille und Hasse zum Pilkalampinoppi und nach Noppikoski.

Ela und Lutz bleiben im Haus (blöde Mücken, blöde!!!!)

Ich (Eggi) fahre allein los zum Finnsjö und mache ein paar Bilder und ein Video.

Auch möchte ich die nähere Umgebung und Seitenpisten (So Umkreis 40 KM) ein wenig erkunden.

 

 

 

 

 

Heute sind es etwa 133 km geworden.

 

Abends treffen wir uns alle wieder am Lagerfeuer und Lutz und ich zählen unsere Mückenstiche. Was heißt zählen? Wir schätzen auf zusammen etwa 350 bis 450 Stiche. Und das ist leider nicht übertrieben. Schlimmer noch: In den nächsten Tagen kommen noch unzählige hinzu und wir beide haben Angst, an Blutarmut und Mückengiftvergiftung zu verrecken.

 

 

Der nächste Tag:

Wir fahren heute in zwei Gruppen: Lutz, Kai-Uwe und Wille in der einen und Hasse, Ela und ich in der anderen. Hasse zeigt uns – wie letztes Jahr versprochen – ne ganze Reihe von schönen Orten und kehren zu einer kleinen Pause noch in einem ca. 200 Meter hoch am Hang gelegenen Café mit einer Bombenaussicht in Skattungby ein.

 

 

 

  

Auf der zweiten Tour fahren wir mit allen sechs Leuten zur Sennerhütte, um wieder selbst gemachtes Brot, Butter, Käse und Limonade essen/trinken. Wieder haben wir (Kai-Uwe, Ela und ich) ein schönes Déjà-vu vom letzten Jahr.

Als die Karten verteilt werden, kommt Lutz in Schweiß, da er kaum schwedisch versteht. Ein Mädel sieht das und gibt ihm prompt eine Karte auf Deutsch.

 

 

Von links nach rechts

Kai-Uwe, Wille, Ela

 

 

Bild von Lutz:

Wille hat ne neue Freundin

 

Die drei Mädels von der Sennerei

 

 

Kai-Uwe hat dieses Mal nicht vergessen, Bilder von den Sennermädels zu machen. Hier das beste Bild:

 

Auf dem Rückweg zerbricht über uns vermutlich ein 100.000.000-Liter-Pool voll Wasser und wir werden so dermaßen naßgegossen, daß wieder unsere Sachen teilweise völlig durch sind.

Wille hat große Probleme mit seinen Straßenreifen auf dem schlammigen Strecken und ich (Eggi) kann kaum was sehen, da mir das Visier und die Brille fast komplett beschlagen. Vor Wut gebe ich Gas und mache ein paar schöne, aber eher unfreiwillige Drifts.

Lutz driftet in einen Graben rein, um nach 30 Metern gleich wieder ohne anzuhalten rauszugasen. Ein Glück war da kein Stein oder so was. Lutz ist allerdings um ca. 5 Jahre gealtert. Aber irgendwie fand er das danach doch ziemlich cool.

 Lutz  nach der üblen Regenfahrt

 

Heute waren es etwa 147 km.

 

Abends in Rosentorp wird’s wieder schön und wir behängen die Hütte von oben bis unten voller Klamotten und Stiefel. Aber ein bisschen Hütte kann man noch sehen.

 

Kai-Uwe macht ein Gruppenbild von uns mit unseren coolen und namentlichen „Rosentorper Schottertagen 2012“- Shirt und kassieren dafür ca. 25 Mückenstiche. Pro Person!!!!    Sogar Uwe meint, daß die Viecher dieses Jahr besonders aggressiv sind. Uns kommen Gedanken wie die exzessive Benutzung von Flammenwerfern. Verdammte Mückenpest!!

Recht spät am Abend übt Kai-Uwe mit Ela das Aufheben von umgefallenen Motorrädern (mit Elas Tenere), aber die Mücken wissen wohl nicht, daß sie spät abends nicht mehr aktiv sein sollten. Sie müssen nach wenigen Minuten abbrechen. Binnen Sekunden umschwirren Elas Kopf geschätzte 100 Mücken. Das macht nicht wirklich Spaß.

 

Hier ein paar Bilder von Lutz

Der Rosentorper Hof von Karin und Uwe

 

Unser Grillplatz

 

 

 
Hasse muß nun auch leider wieder zurück nach Hause und kommt noch kurz bei unserer Hütte vorbei, um sich sehr herzlich zu verabschieden. Bis dann, Hasse. Wir sehen uns wieder!!

 

 

Der Tag des Aufbruchs.

Zwar wollten wir mit Kai-Uwe mit in Richtung Norwegen, aber in anbetracht der desolaten Zustände unserer hinteren Bremsbeläge der Teneres, treten wir wohl den direkten Heimweg an. Mist……..

 

Willes Stuga mit seiner Tiger 800 XC

Bild von Lutz

 

Wille verlässt uns nun und fährt zurück nach Stockholm.

 

Auf dem Weg nach Orsa (um hoffentlich die Bremsbeläge abzuholen und vielleicht doch noch mit nach Norwegen zu fahren), fahren wir noch zum größten Stein in der Gegend und mache ein paar Klasse Bilder.

 

 

 

Bild von Lutz (geknipst von Ela)

 

 

  

Dann noch kurz beim Café in Skattungby vorbei und einen Kuchen reingedrückt und weiter geht es nach Orsa.

 


 

 

Bild von Lutz

 

  

 

In Orsa angekommen, stellt sich raus, daß die Bremsbeläge nicht da sind. Das heißt also: Direkt heim.

Wir kaufen noch gemeinsam ein und dann kommt er: Der Moment des Abschieds von Kai-Uwe.

Wir versprechen uns alle, daß das nicht das letzte Mal war.

Der Abschied ist ein wenig traurig, aber so was von herzlich.

 

 

Nun fahren Lutz, Ela und ich allein weiter gen Süden. Weitere Versuche scheitern, kurzfristig Bremsbeläge aufzutreiben.

Unsere Strecken sind wunderschön geprägt von der typischen schwedischen Vegetation und unsere Köpfe gehen immerzu nach rechts und nach links.

Dann kommt eine SMS von Kai-Uwe: Die Bremsbeläge wurden direkt mit der Briefpost in Rosentorp angeliefert. Nur sind wir nun mehrere Hundert Kilometer weiter im Süden. Argh…..

 

Lutz will auf jeden Fall nun heim, da seine Erkältung nicht besser wird und auch sein linkes Auge stark gerötet ist. Es juckt und brennt gleichzeitig.

 

 

Bild von Lutz

 

  

Je weiter wir auf den Landstraßen nach Süden kommen, desto mehr wandelt sich die Landschaft: Die Wälder werden teilweise weniger und die Freiflächen mehr. Auch die typischen mittelschwedischen Bäume sind nicht mehr zu sehen.

 

Nach 530 auch wettermäßig schönen Kilometern kommen wir im Lovsjö Camping an, den wir vom letzten Jahr her kennen.

Lutz verschwindet sofort ins Zelt.

Meine (Eggis) Luftmatratze hat leider etwas Schimmel durch den Wolkenbruch am Bolmensee angesetzt. Na klasse……..

(Später zu Hause kann ich die Matratze dennoch für den weiteren Gebrauch retten.)

 

Ela und ich machen uns auf unserem Trangia-Kocher Corned Beef mit baked Beans. Huiii! Ist das lecker!! Leider sind auch hier die Mücken ziemlich nervig, aber nicht so schlimm wie in Rosentorp.

 

Um ca. 23:30 Uhr fallen auch Ela und ich in den Schlaf.

 

 

Morgens um 8 Uhr wachen wir langsam auf und machen uns fertig. Das Wetter ist bestens!

 

 

Bild von Lutz

 

 

Kurze Absprache mit Lutz: Wir fahren heute nach Lübeck. Das sind ca. 555 km, mit ein paar kleinen Umwegen.

Kurz vor Helsingborg fahren wir auf die Autobahn, setzen mit der Fähre über und fahren die ziemlich stressige København-Autobahn gen Süden.

Ela und ich sind von der Autobahn ziemlich genervt und wollen ab Ishøj über Landstraße fahren. Wir fahren Ishøj ab zu einer Tankstelle und tanken das letzte Mal in Skandinavien.

Lutz möchte den schnellen Weg nach Lübeck und wir verabschieden uns. Naja, wir werden ihn ja ein paar Tage später zum Bildersichten eh wieder sehen.

 

Nun sind Ela und ich allein und fahren die Küstenstraße Richtung Køge, die wir von 2010 kennen. Einige Kilometer hinter Køge braut sich das Wetter dunkel zusammen und unser GPS sucht nun den direkten Weg zur E 47, damit wir Dänemark etwas schneller verlassen. Schade. Wir hätten gern diese schönen dänischen Landstraßen gefahren, aber wir sind mit 650 km Regen für unseren Geschmack lange genug im Nassen gefahren.

 

Auf Farø machen wir unsere letzte Pause. Die Stimmung ist gedrückt, denn wir wollten eigentlich eins, zwei Tage länger bleiben.

 

 

Eggis Tenere

 

Elas Tenere

 

 

Kurz vor der Rødbyhavn-Fähre überholt uns ein schwedischer 7er BMW mit extrem überhöhter Geschwindigkeit. Zum Glück waren wir grad auf die rechte Spur gewechselt.

Auf der Fähre sehen wir den BMW wieder, dessen Fahrer laut rotzend auf das Autodeck göbeln. Was für ……

Auf dem Sonnendeck meint einer dieser Assis auch noch Flaschen ins Meer werfen zu müssen. Tolle Erziehung hat er da wohl genossen.

 

Auf der Überfahrt machen wir diese Bilder:

 

 

 

 

Kurz vor dem Andocken kommen auch die beiden BMW-Prollos wieder und zeigen sich wieder von ihrer besten Seite: Sie rotzen mit entsprechend lauter Kulisse wieder aufs Autodeck: ich habe Mühe, beim Abgurten der Teneres nicht in dessen Rotze zu treten.

Auch beglücken sie uns mit tollsten und vor allem lauten Gangsta-Rap aus der Musikanlage……..

Freundlicherweise lässt er uns beim Rausfahren vor. Aber der wahre Grund der Freundlichkeit: Seine Karre ist tiefergelegt und setzt natürlich laut scharrend auf.

Wir können eine gewisse Genugtuung mir nicht verkneifen….

 

Tja, nun sind wir wieder in Deutschland und eine Stunde später (so ca. 22:10 Uhr) sind wir in Lübeck angekommen.

 

Aber mal was neues: Wir sind das erste Mal völlig trocken bei milden und fast windstillen Wetter nach Hause gekommen.

 

Zwar waren in den letzten zwei Tagen überall dunkle Wolken zu sehen und wir fuhren auf teilweise sehr feuchten Straßen, aber wir haben es echt gut geschafft, um die Regenwolken drum herum zu fahren. Und das nicht mal absichtlich.

 

Schweden, wir werden gerne wieder kommen, denn Deine Bewohner und Deine Landschaften fesseln uns immer wieder aufs Neue.

 

 

 

Tack så mycket Sverige!!!! 

 

Vi älskar dina skogar!   1)

 

 
Unser Fazit:

Wir hatten teilweise übelstes Wetter (genau genommen ca. 650 km Regen) und auch hier und da kleine technische Probleme sowie gesundheitliche Probleme (armer Lutz) und obwohl diese Tour ähnlich wie die Schweden-Tour 2011 war, waren es wieder teilweise völlig neue Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke.

 Auch die gemeinsame Tour mit Lutz und die Spontanmitfahrer Hasse und Wille, also die verschiedensten Charaktere und Meinungen unter einem Hut zu bekommen, war interessant.

 

Als Wanderenduristen sind Kontakte zu den Menschen sehr leicht. Wir werden sehr oft von Leuten angesprochen. Woher kommen wir? Wo wollen wir hin? Was für Enduros sind das? Das ist schon was Besonderes.

  

 

 

Unser Kumpel Lutz ist voll auf seine Kosten gekommen und vielleicht kommt er ja nächstes Jahr mit nach Finnland.

 

Wir hätten nichts dagegen.

 

 

Für Schweden reicht ein Menschenleben einfach nicht aus, um dieses schöne Land zu erkunden.

 

An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die Bereitstellung von Bildern von Kai-Uwe und Lutz! 

 

 

Eggis persönliches Fazit

Ich habe mich dieses Mal kein Stück verfahren. Warum? Tjahaaa!! Ich hatte mein GPS 60 CSX mit!! 

Nunja, es war ganz nett. Ja, auch ein wenig hilfreich………….ja, verdammt, es war echt gut!!!

 

 

Mit einem Mischmasch aus Schwedisch und Englisch komme ich mittlerweile ganz gut klar in Schweden. Die Leute freuen sich sichtlich, wenn mal wenigstens halbwegs mit ihnen auf Schwedisch unterhält.

 

Ela hat mich letztes Jahr relativ häufig ermahnt, nicht sofort mit Deutschen ins Gespräch zu kommen, wenn wir welche zu Gesicht bekommen. Womit sie auch Recht hat.

OK, dieses Jahr habe ich mich daran gehalten, aber trotzdem haben wir recht häufig mit Deutschen gesprochen. Sie haben uns angequatscht.

 

 

 

    

Was hätten wir noch gebraucht:

- Ein Reparaturhandbuch für die beiden XT 660 Z

Ich habe zwar eines als pdf, aber ich habe es dummerweise nicht auf dem Handy gehabt.

 

 - Ein paar Verschleißteile wie unsere Bremsbeläge

 

 

Was haben wir nicht gebraucht

 

 

- Es war nichts überflüssig. Und das ist gut.

 

1)

 Vielen Dank Schweden

Wir lieben Deine Wälder

 

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