Twinduro-Treffen 2013

Twinduro-Treffen 2013 auf der Katlenburg im Harz                                                                                  03.05. – 05.05.

 

Gefahrene Kilometer: ca. 800 km

 




Monate schon warte ich auf dieses Wochenende. Endlich wieder los mit Zelt und Schlafsack.

Aber dieses Mal ist es keine wirkliche Reise, sondern ein Treffen von Reiseenduristen im Harz: Dem Twinduro-Treffen auf der Katlenburg.

 

Am Freitag, dem 03.05., fahre ich um ca. 8.30 Uhr los. Ab auf die Landstraße Richtung über Lüneburg in Richtung Braunschweig. Ich meide die Autobahn weitestgehend. Wer will schon mit einer Enduro auf die Autobahn…..

 

Nach 5 Stunden und ca. 320 km Fahrt komme ich auf der Katlenburg an. Um 13.30 Uhr ist allerdings kaum was los. Ich melde mich bei dem freundlichen Orga-Team kurz an und baue mein Zelt auf dem fast leeren Rasen auf.

 

Nach und nach füllt sich der Platz und ich komme hier und da mit Gleichgesinnten ins Gespräch. Sogar ein paar Leute mit XT 660 Z Tenere sind da!

 

Die Kamera wird gezückt und viele Fotos werden gemacht.

 

 

Es ist ein schöner, sonniger Tag mit ausgelassenen und coolen Leuten, die viele Geschichten über Reisen und Enduros erzählen. Der eine oder andere spricht mich an:“Hey Du! Ich kenn Dich. Du bist doch der mit der Endurowandern-Seite.“

Das ist Balsam für die Seele und ich fühle mich irgendwie wichtig.

 

Nach einem Nickerchen im Zelt wird es Zeit für das abendliche Buffet in der ehemaligen Reiterhalle. Jetzt weiß ich auch, warum ich hier bin!

Ich setze mich mit meinem übervollen Teller (ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen und der Magen hängt auf halb acht…..wer lacht denn da?!?!?!  Das stimmt wirklich!!  ) an einem 6er-Tisch und sage brav Hallo zu den bereits dort sitzenden Leuten, mit denen ich schnell ins Gespräch komme. Es wird ein toller Abend und wir sechs Leute beschließen, morgen zusammen die Orientierungsfahrt als Team in Angriff zu nehmen.

 

Nachts wird es empfindlich kalt ( so ca. 0°) und ich fröstele ein wenig. Ich fühle mich in meinem großen Zelt ziemlich einsam….ich Trottel habe nämlich auch ein langes und warmes Oberteil vergessen.   Also wird die Motorradjacke als Überdecke benutzt.

 

Das Schnarchen aus ca. einem Dutzend Zelten lässt mich ein wenig schmunzeln.

 

der Samstagmorgen

 

 

 

Nach dem nicht eingenommenen Frühstück (ich esse morgens nie. Verd....das stimmt auch! ) geht es um ca. 9 Uhr los zur Orientierungsfahrt. Wir sollen einige Aufgaben lösen. Auf die Böcke und los!!!

 

Wir fahren über kurvige Straßen, staubige Pisten, 200-Grad-Kurven und teilweise einsame Gegenden auf dem Land und durch kleine, zauberhafte Örtchen. Auch die Sösetalsperre besuchen wir.

 

 

 

Wir haben mächtig Spaß, ne Menge Kurven und Kilometer und wir lösen sogar ein paar Aufgaben. Nach 7 Stunden sind wir wieder zurück. Nun schnell auf in den Biergarten und viiieeel Flüssigkeit zu sich nehmen.

 

der Blick vom Biergarten

 

nachmittags auf dem Zeltplatz

 

 

Zwei Tenere-Fahrer fluchen grad, als sie vor die alten XTZ 660 hocken. Ich frage nach, was denn los ist. „Der angeschweißte Haltepunkt am Topf hinten ist abgerissen. Nu tönt er irre laut. Wir wollen aus einer Blechdose einen Art Schelle bauen, aber wir bekommen den Topf nicht ab. Wir haben keine Ratsche mit einer 10er Nuss.“

Aber ich.

Die Schraube ist ab, aber der Topf sitzt immer noch fest am Krümmer.

„So ein Mist!! Jetzt bräuchte man Sprühöl……“

Habe ich.

 

Schnell ist dann der Topf abgedichtet und ich habe zwei neue Freunde.

 
Dann steigt ein Duft in die Nase, die dann sagt:“Steh auf und geh!!!!  Dein Magen sagt mir grad, daß Du Hunger hast!“  Der Grill ist angeworfen worden und die ersten Putensteaks und Würstchen sind bereit ins Magen-Nirvana einzugehen.

 

nach dem Essen wird noch mal kurz die Kamera gezückt

 

Es wird wieder ein toller Abend mit den coolen Leuten von der Orientierungsfahrt.

 

Nach dem Essen sehe ich eine Katze vor meinem Zelt. Sie tobt und buddelt vor dem Eingang und pullert sogar in ein Loch!! Heeeee!!  Warum vor meinem Zelt?!?!? Sie hackt auf den Boden ein, purzelt umher und springt immer wieder im katzenüblicher Manier auf den Boden herum. Als ich fast bei ihr bin, geht sie stiften. Nun sehe ich auch, warum sie da so abgespackt ist: Direkt vor meinem Zelt ist ein Maulwurf rausgekommen und hat sich dann wieder im Loch verschanzt.

 

Um ca. 21 Uhr ist die Preisverleihung der Teams von der Orientierungsfahrt in der Reiterhalle. Ich bin allerdings nicht in der Halle, sondern schlendere um die Motorräder herum und schaue mir die vielen interessanten Umbauten an.

Als ich an der Halle bin, höre ich grad die Verleihung des letzten Platzes:“Und den letzten Platz hat belegt: Das Team "1 + 5" !!!!!“  *Gelächter*Klatsch*Gelächter*

Oha. Das ist mein Team.

Ich höre von draußen weiter zu:“Wo ist denn der Letzte von euch? Ha er nicht mal den Weg zur Halle gefunden?“  *Gelächter*Klatsch*Gelächter*

Ja, danke auch……..   grrrrrrr 

 

 

Leider erinnere ich mich an die letzten Reisen mit meiner Noch-Ehefrau. Ich habe einen Kloß im Hals……….

 

Ich bin müde und geh ins Zelt.

 

Nächsten Morgen werde ich früh wach. Ich stehe langsam auf und baue mein Zelt ab.

 

Ein paar von unserem gestrigen Team treffe ich noch und wir klönen kurz. Ich bekomme dabei noch den Trostpreis für den letzten Platz überreicht: Eine kleine LED-Lampe. Ich bin dann wohl der Armleuchter…….. 

 

Dirk, ein Lübecker KLE-Fahrer fragt mich, ob wir zusammen heimfahren wollen.  Ach klar! Warum nicht!

 

Die stressfreie Heimfahrt ohne Autobahn vergeht zu zweit wie im Fluge und Dirk und ich versprechen uns, daß wir in Kontakt bleiben.

 

 

 

 

Fazit:

 

Nun bin ich wieder zu Hause. Es war ein schönes Treffen mit tollen Leuten, toller Gegend mit klasse Strecken und vor allem: einem tollen Orga-Team von Twinduro!! Danke Leute! 

Das Twinduro-Treffen hatte eigentlich einen besonderen Grund: Mag ich auch allein ohne Ehefrau noch auf Reisen gehen? Komme ich damit klar? Ja, ich komme klar! Und es macht Spaß!! Zwar waren es seinerzeit schöne Zeiten zu zweit, aber diese sind vorbei. Entgültig. Aber die neuen Zeiten, die nun angebrochen sind, sehen gut aus. Und ich werde sie in vollsten Zügen genießen!!

Nach oben