Dänemark / Schweden  - ein langes Wochenende im September 2009

  

Donnerstag, 24.09.2009

 

So langsam macht sich doch die Aufregung breit! Die zwei freien Tage standen bis zuletzt auf der Kippe, aber es hatte geklappt! Nun sind Eggi und ich dabei, die letzten Sachen zur Garage runter zu tragen und in die Alukisten zu verstauen. Ein kurzer Check an den Motorrädern, ob alles in Ordnung ist, also Blinker, Beleuchtung etc. Fast habe ich ein bisschen Angst, es könnte uns jetzt doch noch was einen Strich durch die Rechnung machen, aber es ist alles in Ordnung. Wir geben noch schnell meinen Haustürschlüssel bei unseren besten Freunden Lutz und Anna ab, die so lieb sind und unsere Katzen versorgen werden, während wir unterwegs sind. Dann wird es auch schon bald Zeit, ins Bett zu hüpfen, der Wecker würde schließlich morgen sehr, sehr früh klingeln. Blöderweise bin ich viiiieeel zu aufgeregt, um jetzt schlafen zu können, so brüte ich noch ein Stündchen bei einem Glas Rotwein über den Straßenkarten von Dänemark und Schweden.

 

Am nächsten Morgen bin ich sogar noch vor dem Weckerklingeln wach. Ich mache mir einen Kaffee und schaue im Internet, wie das Wetter ist auf unserer Route. Das sieht alles recht gut aus, wunderbar! Während ich ausgiebig dusche, steht Eggi ebenfalls auf, und bald sind wir abfahrbereit. Die Katzen riechen natürlich Lunte und wuseln uns ständig zwischen die Füße, nicht mal mit Leckerlis lassen sie sich bestechen. Ein etwas komisches Gefühl ist es schon, zu wissen, dass wir jetzt die Wohnung verlassen und erst in drei Tagen wieder da sein werden. Ich habe wahnsinnig Herzklopfen, als meine Africa Twin und Eggis DR Big voll beladen und mit laufenden Motoren auf dem Hof stehen und schon mit den Vorderrädern scharren. Die beiden scheinen sich auch zu freuen, schließlich sind sie ja Reise–Enduros!

 

Der erste Berufsverkehr ist schon durch, als wir losrollen, und die Straßen sind frei. Auf dem Weg zur Autobahn halten wir noch kurz an einer Tankstelle an und passen den Luftdruck an die Beladung an. Noch fühlt es sich nicht so ganz nach Verreisen an, aber das ändert, sich, als wir auf die A1 Richtung Norden auffahren. Ja, wir tun es wirklich! Wir fahren nach wirklich nach Dänemark und Schweden! Als wir schließlich über die Fehmarnsundbrücke fahren, habe ich Kribbeln im Bauch. Okay, es ist nur eine Brücke, aber ich befahre sie das erste Mal mit dem Motorrad, und das ist schon irgendwie ein tolles Gefühl. Bald erreichen wir Puttgarden, und Eggi kauft die Tickets. Wir sind die einzigen Motorradfahrer und dürfen uns gleich auf Spur 1 einordnen. Glück haben wir auch, es dauert nur 20 Minuten, bis unser Schiff da ist, und wir dürfen als erste drauf fahren. Erfahrene Reise–Enduristen lachen jetzt bestimmt, aber für mich ist das ein ganz besonderer Moment, mein Motorrad in den Bauch des Schiffes zu fahren, und ich denke, Eggi geht es ähnlich.

 

Der Einweiser sagt uns, wir sollen bis ganz nach vorn durchfahren. Dort verzurren wir die Maschinen am Rand. Auf den ScandLines - Schiffen der Vogelfluglinie braucht man keine eigenen Gurte dabeihaben, man kann das Motorrad entweder auf dem Hauptständer aufbocken (dafür gibt es extra Stahlplatten am Boden) oder auf dem Seitenständer hinstellen und es mit dem Gurt, der an der Wand angebracht ist, verzurren. Der Gurt wird in eine Öse am Boden eingehängt und über eine Ratsche festgezogen. So steht das Motorrad dann fest und sicher, auch bei stärkerem Seegang. Aber davor brauchen wir heute keine Angst zu haben, der Himmel ist strahlend blau und man kann jetzt schon fast bis nach Dänemark gucken, obwohl die „Princesse Benedikte“ den Hafen von Puttgarden grad eben erst verlassen hat. Unser erster Gang an Bord führt zuerst auf Klo und dann auf das Außendeck. Wie schön das ist! Die Sonne strahlt, das Wasser funkelt, die Fähre unter den Füssen wummert und wir sind unterwegs in unseren ersten gemeinsamen Urlaub.

 

im Schiffsbauch

 

 

 

Das ist Norden!!

 

Die Überfahrt dauert etwa 45 Minuten, und auch auf dänischer Seite rollen wir als erste vom Schiff runter. Landschaftlich sieht es hier noch gar nicht viel anders aus als zuhause. Wir fahren ein Stück die Autobahn entlang und verlassen diese bei Maribo. Wir wollen erstmal unsere Karte studieren. Ein älterer Herr, der grad vorbei geht, sieht uns mit der über den Maschinen ausgebreiteten Straßenkarte und fragt, ob er uns helfen kann. Ich sage ihm kurz, dass wir Richtung Kopenhagen wollen, und er zeigt auf der Karte, dass wir am besten über die Autobahn fahren sollten und erklärt uns den Weg zur Auffahrt. Unser erster Kontakt mit einem Dänen, wir sind begeistert von der Offenheit und Freundlichkeit.

 

Wir passieren diverse Straßentunnel und Brücken.  Eine ist besonders schön: die Brücke, die die beiden dänischen Inseln Seeland und Lolland verbindet. Hier gibt es bei Farø einen wunderschönen Rastplatz direkt am Wasser unter der Brücke. Da müssen wir unbedingt anhalten! Es ist so schön hier, unsere Motorräder stehen in der Sonne, wir genehmigen uns einen kleinen Snack am Wasser. Fast können wir uns nicht aufraffen weiterzufahren, aber wir wollen ja schließlich heute noch in Schweden ankommen!

 

kurze Rast

 

Was für ein Ausblick!

 

Wozu brauche ich die Karibik?

 

Und so fahren wir auf der Autobahn Richtung Kopenhagen. Dänische Autobahnen sind ebenso wie deutsche ziemlich langweilig. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 110 km/h, was uns mit den Enduros recht entgegen kommt. Zwischendurch machen wir kurz Pause an einer Raststätte, wo Eggi der BIG ein paar Liter Sprit spendiert und wir den sanitären Anlagen einen kurzen Besuch abstatten. Die Betonung liegt hier auf kurz, denn die Toiletten sind ziemlich dreckig und kaputt. Zum Glück soll das unsere einzige Erfahrung dieser Richtung bleiben, ansonsten waren wir sehr begeistert über die Sauberkeit der öffentlichen Toiletten in Dänemark und Schweden!

 

Schließlich verlassen wir die Autobahn bei Køge und fahren durch mehrere kleinere und größere Ortschaften bis Tårnby. Auch hier erstaunt uns die Ruhe und Gelassenheit der Dänen, selbst im dichten Berufsverkehr. Keiner ist rücksichtslos uns gegenüber, im Gegenteil. Als sich eine zweispurige Straße auf eine Spur verengt, gerät ein Auto zwischen mich und Eggi. Der Fahrer erkennt, dass wir offensichtlich zusammen gehören und winkt mich vorbei. Das fand ich total klasse!

 

Wir entdecken einen kleinen Friedhof mit einer hübschen Kirche, und da es eh wieder Zeit für eine kleine Pause ist, vertreten wir uns dort ein wenig die Füße. Es ist ziemlich warm, ich schwitze unter meiner Fleecejacke und dem langärmeligen Shirt darunter. Aber meine Kisten sind zu voll, da bekomme ich die Jacke nicht mehr reingestopft. So nutze ich die Gelegenheit, für eine halbe Stunde ein paar Klamotten ablegen zu können.

 

 

Es ist noch sehr früh am Nachmittag, wir fahren noch ein wenig auf der Halbinsel herum und verlieren fast die Orientierung. Trotzdem finden wir auch ohne Navi ohne Probleme zur Öresundbrücke. Hier wird der Verkehr wieder dichter, aber trotzdem ist alles recht stressfrei. Der Weg zur Brücke führt am Flughafen von Kopenhagen vorbei durch einen ziemlich langen Tunnel, bis wir dann auf der eigentlichen Brücke angelangt sind. Ich bin aufgeregt, gleich ist es soweit, gleich sind wir in Schweden! Mitten auf der Brücke verkündet ein Schild schließlich „VÄLKOMMEN TILL SVERIGE“, ich lasse einen lauten Freudenschrei los, als wir daran vorbeifahren. Endlich, wir sind in Schweden! Ein kleiner Schlag trifft uns allerdings an der Mautstation, die Überfahrt kostet je Motorrad knapp 22 Euro! Puh, ganz schön happig. Aber egal, wir machen ja schließlich Urlaub. Ich bezahle für uns beide, und wir fahren weiter. Hier verteilt sich der auf der Brücke doch recht rege Verkehr, und wieder überkommt uns diese gewisse skandinavische Gelassenheit. Kurz hinter der Mautstation kommt ein Rastplatz mit Touristinformation und einem kleinen Café, hier halten wir und essen ein Eis. Eggi schickt einem Kumpel, der uns nicht glauben wollte, dass wir diese Fahrt tatsächlich machen werden, eine „Gruß – aus – Schweden“ – SMS. Die ersten, die uns auf unsere Motorräder ansprechen, sind witzigerweise zwei junge Männer aus Braunschweig. Auf die Frage, ob uns das nicht zu kalt ist, Ende September mit dem Motorrad nach Schweden zu fahren, breche ich beinahe in schallendes Lachen aus, schwitze ich doch grad wie ein Pferd mit den ganzen Klamotten!

 

endlich in Schweden!!

 

Auf dem Platz gibt es eine große Umgebungskarte, auf der alle Sehenswürdigkeiten Südschwedens eingetragen sind, die studieren wir und finden das ein oder andere Ziel, was wir anfahren möchten. Jetzt geht es aber erstmal weiter  in Richtung Svedala. Das hübsche Städtchen hatten wir uns bei unserer Planung als erstes Anfahrtziel ausgeguckt, und wir sind ziemlich stolz, dass wir es fast auf Anhieb finden! Svedala ist wie gesagt sehr beschaulich und ruhig. Wir lassen die Motorräder am Marktplatz stehen und versorgen uns mit etwas Bargeld aus dem Automaten, was ohne Probleme mit Maestro – Karte geht. Danach erkunden wir zu Fuß die Stadt ein wenig. Im ICA – Markt decken wir uns mit ein paar Lebensmitteln ein. Der hat jeden Tag, auch Sonntags, bis 21 Uhr geöffnet, und man kriegt einfach alles dort. Die Preise unterscheiden sich auch nicht sonderlich von denen in deutschen Supermärkten. Nun ist ein wenig Stauplanung gefragt, um die Sachen in den vollen Alukisten unterzubringen, aber da ein Teil gleich an Ort und Stelle vernichtet wird, geht es. Leider finden wir hier keine Übernachtungsmöglichkeit und fahren weiter.

 

Wir sind wirklich in Svedala!

 

 

 

Auf der Info-Karte am Ortseingang haben wir ein Bed & Breakfast entdeckt, direkt am Yddinge – See, das steuern wir jetzt auf mehr oder weniger direktem Weg an. Die Landschaft ist wunderschön, und wir sind nahezu berauscht von der Tatsache, dass wir wirklich in unserem Traumland Schweden sind und hier Motorrad fahren. Es ist ein herrlicher Abend, der Himmel beginnt, sich rötlich zu verfärben und taucht die Wälder und Straßen in ein magisches Licht. Wieder sind wir völlig verzaubert und könnten alle zwei Kilometer anhalten und einfach nur schauen. Die Sonne geht gerade über dem See unter, als wir unsere treuen Enduros auf den geschotterten Parkplatz der Anlage lenken. Es ist so was von hübsch hier, wir sind begeistert. Die Anlage besteht aus mehreren rustikalen Holzhäusern in dem in typisch skandinavischen Falun – Rot. In unserer Euphorie merken wir erst gar nicht, dass es hier nicht nur sehr idyllisch, sondern auch verdammt dunkel und verlassen ist. Wir haben Ende September, die Feriensaison ist vorbei und die Anlage geschlossen. Ratlos schauen wir uns an. Also wieder rauf auf die Motorräder und was anderes suchen. Zur Not haben wir ja unser Zelt dabei.

 

Wir fahren nun nach Sturup, wo sich der Malmö-Airport befindet. Am Flughafen gibt es immer ein Hotel, sollten alle Stränge reißen, kommen wir dort bestimmt unter. Wieder entdecken wir einen Wegweiser mit dem B&B – Symbol und folgen diesem. Der Weg führt am Sturup Raceway entlang, einer Kartbahn mit einer Motocross – Piste direkt nebenan. Den kurz aufkommenden Gedanken, da mal mit unseren Dickschiffen rüberzuballern, verwerfen wir gleich wieder. Wir wollen uns ja schließlich nicht zum Affen machen, und außerdem suchen wir was zum Übernachten und nicht zum Crossen (was wir nebenbei bemerkt ja auch gar nicht können, da unsere Erfahrung über ein paar Schotterwege nicht hinausgeht). Das angekündigte B&B scheint sich noch im Bau zu befinden, denn der Weg ist plötzlich mit einem Eisentor verschlossen. Es wird mittlerweile richtig dunkel, und erste Erschöpfung macht sich nach der doch recht langen Fahrt bemerkbar. Daher beschließen wir, keine Experimente mehr zu machen das Hotel am Airport anzusteuern. Ich übernehme nun die Führung, da ich besser mit dem schwedischen Schilderwald zurechtkomme.

 

Im Best Western Hotel Sturup bekommen wir ohne Probleme ein Zimmer. Wir dürfen die Motorräder sogar auf dem Angestelltenparkplatz abstellen, da sind sie die ganze Nacht unter Aufsicht. Das finden wir unheimlich nett von der jungen Frau an der Rezeption. Das Zimmer ist klasse, zwar klein, aber super gemütlich mit Badezimmer. Nachdem wir unsere treuen Enduros entladen und sie Kisten reingetragen haben, wird erstmal die Dusche gestürmt. Jetzt merken wir, wie erledigt wir sind. Es ist schon lange her, dass wir an einem Freitagabend um 21 Uhr schon ins Bett gefallen und fast augenblicklich eingeschlafen sind.

 

Das erste, was ich höre, als ich am nächsten Morgen die Augen öffne, ist das laute Geballer von Einzylindern und Zweitaktern von der Crossbahn, an der wir gestern vorbei gekommen sind. So würde ich gern immer geweckt werden! Wir haben unheimlich gut geschlafen und genießen nach dem Duschen das riesengroße und vielfältige Frühstücksbuffet, bevor wir auschecken und die Motorräder wieder beladen. Kurz überlegen wir, ob wir das Zimmer nicht vielleicht doch noch für eine zweite Nacht nehmen sollen, aber da wir noch nicht wissen, wohin es uns heute verschlagen wird, lassen wir es. Als grobes Ziel haben wir uns Ystad und Ales Stenar, die größte wikingerzeitliche Steinsetzung Schwedens, vorgenommen. Vorher jedoch wollen wir die kleinen, verschlungenen Straßen und Wälder erkunden, die gleich hinter dem Airport beginnen. Kaum zu glauben, was für eine herrliche, ländliche Gegend nicht mal zwei Kilometer hinter einem Flughafen zu finden ist! Die reinste Astrid Lindgren – Idylle herrscht hier, und es macht unheimlich Spaß, hier zu fahren.

 

Best Western-Hotel beim Sturup Airport

 

Einige Kilometer hinter dem Sturup Airport

 

Wir finden zwar auch einige Schotterwege, aber die sind so gut wie alle privat. Schade, grad auf Schotter hatten wir uns so gefreut. Aber macht nichts, es ist auch wunderschön, wenn man auf der asphaltierten Straße bleibt. Kleine Abstecher auf die eine oder andere Wiese machen wir dennoch, und sei es nur für ein paar Photos. Auf und ab geht es durch Hügel und Wälder. Sorry, wenn ich mich wiederhole, aber ich bin einfach hin und weg. Dabei ist das erst Südschweden, wie muss das erst im Norden sein, wenn ich jetzt schon nicht aufhören kann zu schwärmen. Wieder stoppen wir alle 2 – 3 Kilometer, weil es irgendwas Tolles zu sehen gibt. Schaut selbst!

 

Bei Torup

 

Bei Häckeberga

 

 

Über zahlreiche kleine Ortschaften kommen wir schließlich über Skurup nach Ystad. Hier halten wir uns aber nur kurz auf. Die Altstadt ist zwar sehr romantisch, aber wir haben keine große Lust auf einen Fußmarsch in voller Montur. Wir lassen die Motorräder auf einem Parkplatz am Fährhafen stehen und gehen auf ein öffentliches Klo, welches so geräumig ist, dass wir zu zweit mit den sperrigen Motorradklamotten ohne Probleme reinpassen. Und sehr sauber ist es. Wieder suchen wir ein B&B, wo wir eventuell schon unsere Sachen lassen und mit unbeladenen Maschinen weiterfahren können. Doch entweder ist alles ausgebucht oder geschlossen, und so verlassen wir Ystad nach kurzer Zeit wieder. Wir halten uns an die Küstenstraße, von dort gibt es überall Zufahrten zum Strand, die durch ein Kiefernwäldchen führen. Zwar kann man mit dem Motorrad nicht direkt an den Strand fahren, aber es sind vom Parkplatz aus nur ein paar Schritte über die Dünen, und schon ist man am Strand. Die frische Luft schmeckt salzig, und wir hören das Tosen der Wellen. Herrlich!

 

Na? Wo ist das wohl?

 

Nur ein paar Meter vom Strand

 

Hach, is datt schön!

 

 

Fast können wir uns gar nicht wieder losmachen. Wir sind ganz allein am Strand, der Wind pustet uns um die Ohren. Soooo schön!!!!!!!!!!! Aber wir wollen auf jeden Fall noch Ales Stenar sehen. Dass es schon recht später Nachmittag ist, ist uns egal. Denn dieser Ort muss auch gerade in der Abendstimmung wunderschön sein. Also Helme auf und weiter geht es die Küstenstraße lang Richtung Kåseberga. Die Strecke haben wir vorher auf der Karte schon ausgeguckt, und Ales Stenar ist ab hier auch ausgeschildert. Die Landschaft wird immer hügeliger und es gibt ein wenig Landwirtschaft. Auf den mit Gras bewachsenen Hügeln weiden Rinder. Kåseberga selbst ist ein kleines, verträumtes Fischerdorf. Gleich am Ortseingang gibt es einen großen Parkplatz mit einer Infotafel. Zu der Steinsetzung selbst muss man von hier noch 700 Meter zu Fuß gehen. Wir lassen die Motorräder stehen und marschieren los, erst ein Stück durch das urige Dorf und dann in die Hügel.

 

 

Der Anblick der Steilküste, der sich uns bietet, ist atemberaubend. Wir bleiben ein paar  Minuten stehen und schauen einfach nur. Hier führt auch ein Weg zu einer Fischräucherei, aber das lassen wir aus und gehen direkt weiter zu den Steinen. Ich bin ein klein bisschen aufgeregt, denn für uns ist dieser Ort, der seinen Ursprung in der Wikingerzeit hat, etwas sehr Bedeutendes und Besonderes. Bald kommen die Steine in Sicht, die Form des Schiffes ist schon von weitem zu erkennen.

 

 

Meine Kehle wird trocken, als wir diesem Monument immer näher kommen. Der Wind weht hier oben sehr stark, wir können kaum unsere eigenen Worte verstehen. Ich bin sehr ehrfürchtig, als ich die Hand ausstrecke, um die über tausend Jahre alten Steine zu berühren. Hier werden alte Mythen lebendig, hier fällt es schwer, nicht an die alten Götter zu glauben! Ich lasse meinen Blick über das Meer streifen und kann das Wikingerschiff vor meinem inneren Auge bildlich sehen. Es ist eine ganz besondere Stimmung hier, die auf einen wirkt, besonders wenn man wie wir dem Heidentum zugeneigt ist und sich für skandinavische Geschichte und der dazugehörigen Mythologie interessiert. Diese Stimmung sollte man respektieren. Denn leider waren da auch ein paar Vollhonks, die meinten, auf den Steinen rumklettern zu müssen. Sorry, aber wenn man sich nicht dafür interessiert, sollte man von solchen Orten einfach wegbleiben und nicht die diejenigen stören, die ganz bewusst dort hingehen.

 

Trotz der Vollhonks, die sich zum Glück schnell wieder verziehen, ist der Besuch bei Ales Stenar für Eggi und mich ein Höhepunkt unserer kleinen Reise. Wir bleiben noch sehr lange und lassen die Stimmung des Ortes auf uns wirken, während uns der kräftige Wind an den Haaren zerrt und es langsam dunkel wird. Immer wieder gehen wir an den Steinen entlang, berühren jeden einzelnen und verlieren uns in den Gedanken. Natürlich machen wir auch ein paar Bilder. Die sind zum Teil leider etwas verwackelt, denn der Wind bläst hier wirklich sehr stark, dass man kaum die Kamera gerade halten kann. Schaut Euch einfach die Bilder und das Video an, ich hoffe, sie geben einen Teil dessen wieder, was wir dort empfunden haben.

 

 

Hier berühren Eggis Hand und sein Mjöllnir Nordische Geschichte

 

 

 

Schließlich begeben wir uns wieder auf den Weg runter durch das Dorf zurück zum Parkplatz, wo unsere Enduros mittlerweile ganz allein stehen. Ich bedauere es sehr, dass das B&B in Kåseberga geschlossen hat, ich wäre gern hier geblieben. Aufgrund der Tatsache, dass es jetzt wirklich richtig dunkel wird und die Wolken Regen verheißen, beschließen wir, nach Sturup zurück zu fahren und dort wieder ins Best Western am Flughafen einzukehren. Wir fahren bis Ystad dieselbe Strecke, die wir auch auf dem Hinweg genommen haben, ab dann halten wir uns allerdings an die Autobahn.

 

 Wir lassen es uns nicht nehmen, auf dem Weg nach Sturup noch einmal in Svedala zu stoppen und im ICA – Markt ein paar leckere Kleinigkeiten einzukaufen. Mittlerweile haben wir Hunger wie ein Bär. Die Motorräder haben wir wieder am Marktplatz stehen lassen. Direkt gegenüber gibt es einen Sybilla – Imbiss, da bekommt man superleckere Hamburger, die ganz frisch zubereitet werden. Wir bestellen uns jeweils ein Menü mit Burger, Pommes und Getränk. Die Portionen sind riesig, und sogar Eggi wird satt! Ich schaffe meinen Burger leider nicht ganz, da muss er sich wieder opfern. Langsam merken wir, dass wir etwas erschöpft sind. Es waren schließlich wieder jede Menge Erlebnisse und neue Eindrücke, die wir gewonnen haben.

 

Auf dem Weg nach Sturup verfahren wir uns kräftig und landen zum Teil auf den dunkelsten Landstraßen und winzigen Dörfern, wo es weder Bordsteine geschweige denn Straßenlaternen gibt. Nach fast einer Stunde Rumgegurke in der Dunkelheit finden wir dann schließlich doch den richtigen Weg und kommen müde, aber glücklich beim Hotel an. An der Rezeption ist wieder das nette Mädchen von gestern Abend. Sie lacht, als sie uns reinstapfen sieht. Leider können wir nicht das alte Zimmer bekommen, aber das macht nichts. Das Zimmer, was wir nun zugewiesen bekommen, ist im Erdgeschoß und ein bisschen kleiner als das andere, aber von der Ausstattung genau so. Ich frage, ob wir die Motorräder wieder wie gestern auf den Angestelltenparkplatz stellen dürfen, was in Ordnung geht.

 

Im Foyer steht ein Billardtisch, und so lassen wir den Abend mit einer Partie ausklingen. Nach zwei Runden kann ich mich nicht mehr wirklich konzentrieren, und meine Füße tun weh. Es ist kurz nach 22 Uhr, als wir uns schließlich ins Zimmer zurückziehen. Wir duschen nur noch und fallen ins Bett. Wir sind echt erledigt, aber es ist diese gewisse Erschöpfung, die man nach einem schönen Tag auf dem Motorrad empfindet und die einen mit Zufriedenheit und Entspannung erfüllt. Ich denke, jeder Reise–Endurist kann das absolut nachempfinden. Auch diese Nacht schlafen wir tief und wunderbar gut.

 

Am nächsten Morgen sind wir doch ein bisschen traurig, weil wir wissen, dass wir Schweden heute wieder verlassen müssen. Beim Frühstück besprechen wir, wie wir den Tag angehen wollen. Wir beschließen, bis Mittags noch in dem schönen Naturschutzgebiet hinter dem Flughafen herum zu fahren und uns dann langsam in Richtung Öresundbrücke aufzumachen. Wir wollen Dänemark landstraßenseitig noch ein wenig erkunden und dann dort übernachten. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und checken aus. Die Dame an der Rezeption freut sich, als ich ihr sage, wie gut es uns hier gefallen hat und wir bestimmt einmal wiederkommen werden. Das Wetter ist ziemlich trüb, es nieselt etwas. Wir wollen uns aber davon nicht beeinflussen lassen genießen die wunderschönen, verschlungenen Sträßchen. Wir finden sogar noch eine tolle Schotterstraße, die zwischen Feldern entlang und durch den Wald führt. Hier fällt Eggi samt BIG beinahe noch in einen Elektrozaun. Immer wieder stoppen wir für ein paar Bilder. Ich merke mehr und mehr, wie ich mich in dieses Land verliebt habe. Ein einziges Wochenende und nur ein bisschen Südschweden haben dazu ausgereicht.

 

 

Wir sind schwermütig, als wir schließlich in Richtung Malmö fahren. Der kleine Abstecher in die Stadt ist nach den einsamen Landstraßen ein regelrechter Kulturschock. Wir fühlen uns unwohl und drehen wieder um. Mittlerweile regnet es richtig, und ich fahre wieder voraus, weil Eggi Schwierigkeiten mit den schwedischen Schildern hat. Windig wird es auch immer mehr, und es ist viel Verkehr. Ich habe einen richtigen Kloß im Hals, als die Brücke näher kommt und wir schließlich wieder an der Mautstation sind. Ich bezahle für uns beide. Der Kloß im Hals wird immer größer, und als wir das Schild passieren, auf dem steht, dass wir Schweden jetzt verlassen, kommen mir fast die Tränen. Es war eben sooooo schön!

 

Bald sind dann wieder auf dem dänischen Festland und machen einen Abstecher auf die Halbinsel Dragør. Wir machen eine kleine Pause in der Nähe vom Strand und haben einen letzten Blick auf die im Nebel verschwindende Öresundbrücke.

 

 

Das Fahren  war sehr anstrengend unter diesen Bedingungen, wir brauchen die Pause und gönnen uns ein paar Snacks aus unseren Kisten. Frisch gestärkt geht es dann weiter. Die Straßenführung ist hier ein klein wenig verwirrend, daher beschließen wir, ein Stück Autobahn zu fahren und diese bei Ishøj wieder zu verlassen. Hier machen wir auf einer Tankstelle eine kurze Pinkelpause.

 

Von nun fahren wir erstmal nur Landstraßen. Das ist nach der anstrengenden Autobahn so richtig entspannend. Wir kommen durch viele, hübsche Örtchen. Alles wirkt hier sehr ruhig und beschaulich. Immer wieder stoppen wir kurz, um uns auf der Karte zu orientieren. Man könnte natürlich sagen, mit Navi wäre das alles viel einfacher, aber wo bleibt dann da das Abenteuer? Ein bisschen altmodisch sein gefällt uns viel besser, das Leben ist schließlich schon modern genug… da sind wir uns von Anfang an einig gewesen. Und uns macht uns so riesigen Spaß.

 

Unser nächster Weg führt uns nach Køge, einer wunderschönen, mittelalterlichen Stadt mit unheimlich vielen Fachwerkhäusern. Hier stellen wir die Motorräder ab und vertreten uns ein wenig die Füße. Natürlich machen wir bei der Gelegenheit auch wieder ein paar Bilder.

 

Nein, der hier vorn ist nicht mein Parkplatz. Wir parken hinten links auf der anderen Straßenseite.

 

Wer findet die tote Fliege an Eggi?

 

die wunderschönen Altstadthäuser

 

Obwohl es uns hier wirklich gut gefällt, machen wir uns bald wieder auf den Weg. Wir durchfahren viele Ortschaften an der Küste entlang, die alle zur Køge Kommune gehören. Wieder machen wir einen kleinen Abstecher zum Strand, die Motorräder können wir nur etwa hundert Meter vom Wasser entfernt parken. Das Meer ist ganz glatt, kein Vergleich zu der aufgewühlten See an der Steilküste von Kåseberga. Hier gibt es auch einen Campingplatz, der aber leider geschlossen hat.

 

Weg zum Strand

 

 

Wir stapfen wieder zurück zu den Motorrädern und breiten unsere Karten über der Sitzbank der Africa Twin aus. Als letztes Etappenziel dieses Tages nehmen wir uns Præsto vor, einer kleinen Hafenstadt. Hier wollen wir übernachten. Der Weg dorthin führt über die Landstraße 209, die, obwohl gut ausgebaut, recht einsam ist. Der Himmel ist leider noch immer sehr bewölkt, und ab und zu nieselt es wieder etwas. Trotzdem lassen wir uns davon nicht die Laune verhageln und stoppen immer wieder für ein paar Bilder.

 

 

Wir folgen weiterhin der 209 und passieren den Ort Fakse. Und plötzlich, als wenn Odin nach dem Rechten schaut, reißt die Wolkendecke auf und Sonnenstrahlen brechen daraus hervor. Wir sind fasziniert! Leider gibt das Foto nicht einmal halb so sehr wieder, wie wunderschön das aussieht.

 

 

Wir sehen das als gutes Zeichen und fahren schließlich weiter. Vielleicht trotzt das Wetter morgen ja doch der Vorhersage und wird noch ganz schön? Das wäre zu hoffen. Bald erreichen wir den Ortseingang von Præsto. Und während wir die Infotafel studieren, wo es hier Übernachtungsmöglichkeiten gibt, geht hinter uns glutrot die Sonne unter.

 

 

 

In Præsto gibt es ein Hotel, ein B&B und einen Campingplatz. Ich bin ja gleich für den Campingplatz, aber wir steuern trotzdem erst einmal das Hotel an. Den Gedanken, hier zu übernachten, verwerfen wir allerdings gleich wieder, als wir draußen die Preistafel sehen. Das kostet ja ein halbes Vermögen! Also weiter zum Campingplatz. Der Weg dorthin ist gut ausgeschildert, so dass wir ihn gleich finden. Wir fahren auf das Gelände und halten vor der Rezeption. Dass der Platz auf jeden Fall geöffnet ist, sehen wir an den beleuchteten Wohnwagen, aber es ist keine Menschenseele zu sehen. Der Platzwart, ein sehr netter älterer Herr, hat wohl unsere Motorräder gehört und kommt heraus. Er fragt, ob er uns helfen kann. Wir stellen die Maschinen ab und folgen ihm ins Innere des kleinen Rezeptionshäuschens, das gleichzeitig auch ein Kiosk ist.

 

Da ich nicht sicher bin, ob ich es auf Dänisch hinkriege, unser Anliegen vorzutragen, frage ich ihn, ob er Englisch spricht. Er antwortet auf Dänisch, ob ich nicht Dänisch spreche. Als ich sage, dass ich es nicht so gut kann, es aber probieren will, sagt er - „Wir können aber auch auf Deutsch sprechen“ - und lacht. Wir können uns aussuchen, ob wir zelten oder eine Hütte nehmen wollen. Wir entscheiden uns für die Hütte. Das kostet uns 150 Kronen für eine Nacht, das sind ca. 40 Euro. Das finden wir voll und ganz in Ordnung. Der Platzwart will uns sogar noch Bettwäsche geben, aber wir haben ja unsere Schlafsäcke. Schließlich habe ich meinen extra für die Fahrt gekauft, und nun will ich ihn auch ausprobieren.

 

Der Platzwart zeigt uns, wo Toiletten und Duschen sind und bringt uns zu der Hütte. Die Motorräder dürfen wir direkt daneben abstellen. Als er die Tür öffnet, bin ich hin und weg, das ist ja so was von urig gemütlich! Zwar sehr spartanisch, aber genau das mag ich doch! Es gibt zwei Doppelstockbetten mit insgesamt 4 Schlafplätzen, einen Tisch mit 4 Stühlen, einen Kühlschrank und eine Kaffeemaschine. Jede Menge Ablagefläche für die Sachen ist auch da. Wir suchen uns jeder ein Bett unten aus und packen unsere Klamotten auf die oberen Betten. Jetzt haben wir langsam tierisch Hunger. Beim Durchfahren des Ortes haben wir eine Tankstelle gesehen, da wollen wir jetzt hingehen und ein bisschen was zu futtern und zu trinken kaufen. Außerdem tut es gut, sich ein wenig die Füße zu vertreten. Inzwischen ist es auch richtig dunkel. Wir machen es uns in der Hütte gemütlich und breiten unsere Vorräte auf dem Tisch aus. Hach, was ist das kuschelig! Wir lieben diesen rustikalen Charme und fühlen uns total wohl.  

 

 

 

Müde sind wir auch bald und verziehen uns in die Schlafsäcke. Im Dunkeln quatschen wir noch ein wenig über den Tag und unsere Erlebnisse, die wir bisher hatten. Nachts muss ich noch mal raus auf Klo. Ich muss einen lustigen Anblick geboten haben, nur mit der langen Motorradunterwäsche und den dicken Endurostiefeln darüber. Es ist wieder ziemlicher Wind aufgekommen, und ich beeile mich, schnell wieder in die kuschelige Hütte und den warmen Schlafsack zu kommen.

 

Am nächsten Morgen müssen wir dann feststellen, dass unsere Hoffnung auf gutes Wetter leider nicht erfüllt wurde. Es ist immer noch windig, und es regnet. Eggi macht noch einmal einen kurzen Rundgang über den Platz, während ich anfange, die Sachen zusammenzupacken.

 

 

 

Schade, wir hatten eigentlich vorgehabt, noch ausgiebig über ein paar Landstraßen zu fahren. Das werden wir zwar trotzdem tun, aufgrund des Wetters halt nicht ganz so ausgiebig. Wir wollen über die Insel Møn und über Farø fahren. Als wir die Motorräder beladen, wird der Regen stärker. Den Schlüssel der Hütte lassen wir stecken, so wie der Platzwart uns gesagt hat und fahren los. Es hat uns hier total gut gefallen, und wir nehmen uns vor, hier nächstes Jahr wieder für eine Übernachtung einzukehren.

 

Das Wetter wird immer ungemütlicher. Je näher wir der Küste kommen, desto stürmischer wird es. Die Brücke zur Insel Møn ist zwar nicht allzu lang, aber hier pustet es gewaltig! Es dauert nicht lange, da haben wir volle Schräglage, obwohl es geradeaus geht. Die Twin liegt richtig gut auf der Straße, ich hatte eigentlich erwartet, viel mehr gegenlenken zu müssen. Eggi hat mit der BIG etwas mehr zu kämpfen. Aber auch das schaffen wir, wenn wir auch etwas außer Atem sind, als wir unsere treuen Enduros auf den Rastplatz bei Farø lenken. Es ist wie ausgestorben, nur ein paar LKW – Fahrer machen hier Pause. Der Sturm heult richtig, und das Meer wird von wilden Böen gepeitscht. Und inmitten dieses Unwetters fällt uns ein, dass wir heute unseren zweiten Hochzeitstag haben! Das haben wir doch tatsächlich in der Aufregung über die ganzen Eindrücke glatt vergessen! In Sturm und Regen fallen wir uns in die Arme und drücken uns ganz dolle.

 

 

Da das Wetter immer schlimmer zu werden scheint, entscheiden wir uns, nun den direkten Weg nach Rødbyhavn zu nehmen und halten uns an die Autobahn. Wieder sind wir sehr erfreut über die Ruhe und Gelassenheit der Dänen im Straßenverkehr. Wir können kaum schneller als 80 km/h fahren, und keiner drängelt oder hupt. So kommen wir sicher im Fährterminal an. Da wir die Tickets für diese Fahrt schon auf dem Hinweg gekauft haben, können wir gleich durchfahren. Wieder sind wir die einzigen Motorradfahrer und werden auf Spur 1 geschickt. Auf den Spuren für die Autos sind lange Schlangen, und wir ernten den einen und anderen neidischen Blick. Als das Schiff kommt und wir drauf fahren, schaukelt und schwankt es ganz schön. Wir verzurren die Motorräder besonders fest und sorgfältig, denn der Seegang lässt nichts Gutes zu verheißen. Es fühlt sich an, als wenn wir betrunken wären, als wir die Treppe zu den Passagierdecks rauf gehen. Die Außendecks werden kurz nach Ablegen der Fähre gesperrt, es ist wirklich zu doll. Wir setzen unsere restlichen Dänenkronen im Shop in Süßigkeiten um und verspeisen einen Teil davon. Wegen dem Wind dauert die Überfahrt etwas über 1 Stunde, normalerweise sind es etwa 45 Minuten. Ein klein wenig heikel wird es noch, als wir in Puttgarden vom Schiff fahren, denn die Rampe ist total glitschig. Wir haben wieder deutschen Boden unter den Rädern, und ich werde wieder etwas wehmütig. Nun will ich aber nur noch nach Hause zu unseren Katzen.

 

Auf der Fehmarnsundbrücke werden wir noch einmal kräftig durchgerüttelt, aber ab dann geht es einigermaßen mit dem Wind. Hier werden wir allerdings auf der Autobahn nicht ganz so rücksichtsvoll behandelt wie in Dänemark, daher verlassen wir die A1 bei Lensahn und fahren ab hier über Landstraße. Die Strecke ist vertraut, und augenblicklich sinkt der Energiepegel. Wir brauchen noch ca. 1 Stunde, bis wir zuhause auf unseren Garagenhof rollen. Die ersten Sachen nehmen wir schon mit nach oben in die Wohnung. Wir haben Glück, Lutz ist grad da und füttert unsere Kleinen. Dann müssen wir wenigstens nicht noch einmal los, um den Schlüssel abzuholen.

 

Abends sitzen wir noch lange zusammen, sichten die ganzen Bilder und Videos, die wir gemacht haben und reden ausgiebig über jede Einzelheit unserer Fahrt. Wir haben es sehr genossen, und es hat unheimlich Spaß gemacht. Etwas über 1000 Kilometer haben wir an diesem verlängerten Wochenende zurückgelegt. Auch, wenn wir in dieser kurzen Zeit nur einen winzigen Teil von Schweden und Dänemark erleben konnten, es war die Erfüllung eines Traums. Der Traum, mit dem Motorrad nach Schweden zu fahren. Es war einfach nur atemberaubend schön, und eins haben wir einstimmig beschlossen:

 

WIR KOMMEN WIEDER!!!

 

 

 

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